www.hiergeblieben.de

Mindener Tageblatt , 04.05.2021 :

Demos halten Abstand

Dutzende Menschen folgen AfD- und "Minden trägt Maske"-Aufrufen

Minden (dc). Dieses Mal wurde auf Abstand gegangen: Hatte sich die AfD die vergangenen fünf Montage für ihre Mahnwache gegen die Corona-Sicherheitsmaßnahmen vor dem Rathaus postiert, zogen die rund 100 Teilnehmer nun ans andere Ende des Marktplatzes um. Der Grund stand ein paar Meter weiter auf der Martinitreppe: Hier hatte "Minden trägt Maske" zur Gegendemonstration aufgerufen, um ein Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Solidarität zu setzen. Dem hatte sich auch "Minden gegen Rechts" angeschlossen. Rund 60 Teilnehmer wollten mit Reden und ebenfalls lauter Musik die Mahnwache übertönen. Die Polizei war mit etlichen Fahrzeugen und etwa 25 Einsatzkräften vor Ort.

Um 18 Uhr begannen beide Seiten mit ihren Redebeiträgen. Neben den heimischen AfD-Mitgliedern Sebastian Landwehr und Thomas Röckemann war dieses Mal Rechtsanwalt Alexander von Wrese vom AfD-Kreisverband Mülheim an der Ruhr eingeladen, um die Corona-Sicherheitsauflagen zu kritisieren. Sprechchöre, Zuhörer mit Rosen und Pappschildern, Seifenblasen, schlecht sitzende Masken - die Szenerie war deutlich unruhiger als auf der Martinitreppe.

Hier lieferten die Redner - Jannes Tilicke (SPD) und ein junger Mann namens Chris, der seinen vollständigen Namen nicht nennen wollte - die Gegenargumente zur Corona-Kritik der AfD. Das heterogene Publikum, zu dem sowohl Jugendliche wie auch "Omas gegen Rechts" gehörten, postierte sich teilweise vorm Rathaus, um beide Veranstaltungen im Blick zu haben.

Auch wenn mehr Teilnehmer als jeweils angemeldet gekommen waren, war Polizei-Einsatzleiter Thomas Brakemann am Ende der Veranstaltungen gegen 18.45 Uhr zufrieden: "Alles friedlich verlaufen."

Bildunterschrift: "Minden trägt Maske" veranstaltete eine Demo auf der Martinitreppe.


Copyright: Texte und Fotos aus dem Mindener Tageblatt sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion.

_______________________________________________


Mindener Tageblatt Online, 26.04.2021:

AfD demonstriert zum fünften Mal gegen Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung

26.04.2021 - 20.07 Uhr

Minden (sk). Von einer Schar Gegendemonstranten der Gruppe "Minden trägt Maske" auf der Martinitreppe begleitet, führte die AfD am Montagabend ihre Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung durch. Rund 60 Teilnehmer waren zur mittlerweile fünften Kundgebung dieser Art erschienen. Der Kreisverbandsvorsitzende Sebastian Landwehr appellierte, Masken-Pflicht und Abstandsregeln einzuhalten. Gleichwohl musste die Polizei gelegentlich bei Verstößen einschreiten.

Als Gastredner kamen vor dem Rathaus die AfD-Bundestagsabgeordneten Udo Hemmelgarn ("Natürlich tötet Corona, aber das tut eine Grippe auch") sowie Prof. Dr. Daniel Zerbin zu Wort. Auch der heimische Landtagsabgeordnete Thomas Röckemann ("Sterben gehört zum Leben dazu - nur Corona-Tote werden nicht akzeptiert") richtete seine Worte an die Zuhörer. Gelegentlich versuchten Zwischenrufer, seine Ausführungen zu stören.

Bildunterschrift: Um 18 Uhr begann die Kundgebung vor dem Rathaus.

_______________________________________________


Mindener Tageblatt, 20.04.2021:

Mit Maske und Trillerpfeife

Erstmalig formiert sich ein offener Gegenprotest zu AfD-Aktion

Christian Bendig

Minden. Die Ankündigung einer Gegen-Kundgebung zu der zum vierten Mal abgehaltenen AfD-Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen hatte auch die Polizei in erhöhte Bereitschaft versetzt.

Insgesamt sechs Streifenwagen hatten sich gestern Abend auf dem Mindener Marktplatz und an den Zufahrten postiert. "Alles ist ruhig geblieben", bilanzierte Polizei-Einsatzleiter Thomas Brakemann nach den Veranstaltungen. Die Polizei registrierte zwei Verstöße gegen die Masken-Pflicht und fertigte in beiden Fällen eine Anzeige.

Neben den rund 80 AfD-Anhängern und Querdenkern, die gestern auf die Straße gingen, versammelte sich auf dem Plateau zwischen Fußgängerzone und Martinitreppe eine Gruppe von zehn bis 15 Frauen und Männern der Initiative #mindenträgtmaske. "Das ist immer ein Kommen und Gehen. Uns ist es nicht wichtig, mit einer großen Masse hier zu sein, sondern zu zeigen, wir sind da, um ein Zeichen zu setzen", sagte Initiatorin Valeria Casselmann. "Wir überlassen der AfD und ihren Querdenker-Anhängern nicht diese Fläche hier in Minden." Casselmann und die Mitinitiatorin Ann-Kristin Hain verteilten als Zeichen des Gegenprotestes Masken.

Außerdem versuchte Casselmann die Redebeiträge von AfD-Kreissprecher Sebastian Landwehr mittels einer Trillerpfeife zu stören. Nach Casselmanns Aussage sei ihr das dann von Landwehr untersagt worden. "Mir wurde gesagt, ich würde die Veranstaltung stören und habe von der AfD einen Platzverweis bekommen." Zudem habe die Polizei Casselmann noch einmal darauf hingewiesen, dass sie das Pfeifen unterlassen solle.

Hain begründete die Überlegung einer Gegendemonstration mit der Berichterstattung während der vergangenen Woche. "Daraufhin haben wir uns gedacht, dass wir für Haltung, Solidarität und Rücksichtnahme einstehen.“"Zwischenzeitlich hielten sich unter den #mindenträgtmaske-Anhängern auch Sympathisanten des Gegenlagers auf. Nach einigen Diskussionen - auch mit der Polizei - entspannte sich die Situation schnell wieder.

Auf dem Marktplatz kehrte ebenfalls schnell wieder Ruhe ein. Die AfD-Demonstration dauerte lediglich 30 Minuten.

Bildunterschrift: Valeria Casselmann hatte unter ihrer FFP-Maske eine Trillerpfeife und protestierte lautstark.

_______________________________________________


Radio Westfalica, 19.04.2021:

Gegenwind für AfD-Demos in Minden geplant

Die AfD und Anhänger der Querdenker bekommen bei ihrer Mahnwache heute Abend auf dem Mindener Marktplatz Gegenwind. Die Organisatoren und Organisatorinnen von "Minden trägt Maske" stehen ab 17.30 Uhr auf der Martinitreppe und verteilen dort kostenlose Masken. Zu den Mahnwachen gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung der AfD in Minden waren in den vergangenen Wochen 10 bis 20 Menschen gekommen, darunter auch Anhänger der Querdenker.

_______________________________________________


Mindener Tageblatt, 17./18.04.2021:

Standpunkt / Geschmacklos

Henning Wandel

Nach 21 Uhr bin ich in diesen Tagen kaum unterwegs. Ob es eine Ausgangsbeschränkung gibt oder nicht, könnte mir also völlig egal sein. Und das Stäbchen in der Nase ist unangenehm, aber durchaus zu ertragen. Trotzdem bereiten die Corona-Maßnahmen auch mir Unbehagen. Natürlich, schließlich gibt es eine ganze Reihe von mehr oder weniger tiefgreifenden Einschnitten in wichtige Grundrechte. Nicht zuletzt leiden darunter übrigens die vielen Jugendlichen, die sich jetzt langsam von ihren Familien abnabeln müssten, um ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Dafür sollten sie auch mal über die Stränge schlagen dürfen - so wie viele Jahrgänge vor ihnen das auch getan haben.

Es gibt also gute Gründe, über Sinn und Unsinn der Maßnahmen zu diskutieren - auch in aller gebotenen Schärfe. Wer es aber mit seiner Kritik ernst meint, täte gut daran, den Boden eines guten menschlichen Umgangs nicht zu verlassen. Doch ausgerechnet die AfD, die sich auf ihren vordergründig bürgerlichen Kern, auf ihren moralischen, sittlichen Kompass so viel einbildet, dass sie alle anderen als "rot-grün versifft" diskreditiert, tanzt auf dem Marktplatz albern zu einem Lied, in dem es heißt, man möge sich Tests, Quarantäne und Ausgangssperre "in den Arsch" stecken, schließlich sei Corona ja vorbei. Mit dabei: die Stadtverordneten Landwehr und Dunklau sowie Kreistagsmitglied Röckemann, letzterer gleichzeitig mit einem gut dotierten Sitz im Landtag ausgestattet.

Auf den ersten Blick eine billige Geschmacklosigkeit, für die sich in einer von der AfD glorifizierten Bürgerlichkeit wohl jeder Pennäler den Mund mit Seife würde putzen müssen. Geschenkt. Aber wie müssen sich die Menschen fühlen, die wegen des Virus einen Angehörigen verloren haben? Wie fühlen sich diejenigen, die seit mehr als einem Jahr weit über der Belastungsgrenze arbeiten, damit nicht noch mehr Menschen sterben? Nicht irgendwo, sondern ganz in der Nähe. Auch in Minden ist die Situation auf der Intensivstation angespannt. Corona ist vorbei? Schön wärs.

Aber anstatt ernsthaft über ihre Bedenken gegenüber den Maßnahmen zu sprechen, steckt sich die Mindener AfD lieber alles Mögliche dorthin, wo nie die Sonne scheint, und verhöhnt damit alle, die gegen die Pandemie ankämpfen ebenso wie diejenigen, die diesen Kampf bereits verloren haben. Und sie bereitet mit ihrer Ignoranz den Boden für weitere Verlängerungen der verhassten Maßnahmen und - man kann es nicht anders sagen - für noch mehr Leid und Tod.

Aber vielleicht passt die Pandemie der AfD ja ganz gut in den Wahlkampf-Plan. Schließlich ist das Abendland immer noch nicht untergegangen, wie es die Partei nach Merkels "Wir schaffen das" herbeireden wollte. Wie auch immer: Die Auftritte vor dem Mindener Rathaus sind nicht nur peinlich, sondern im höchsten Maße unanständig.

_______________________________________________


Mindener Tageblatt, 14.04.2021:

Einfachste Parolen / AfD protestiert gegen die Corona-Maßnahmen

Christian Bendig

Minden. "Wenn Du bis jetzt der Einzige bist, haue ich wieder ab", sagt ein Mann zu einem anderen. Der lehnt am Montagabend um kurz vor 18 Uhr an der Schaufensterscheibe eines Ladengeschäftes in unmittelbarer Nähe der Martinitreppe. Beide Männer warten auf die dritte Anti-Corona-Kundgebung der AfD auf dem Mindener Marktplatz.

Zu dieser finden sich schließlich circa 30 AfD-Anhänger und -Mitglieder sowie zwischen zehn und 15 Anhänger der Querdenker-Bewegung in der Innenstadt ein. Zu der Kundgebung hatte der Kreisverband auf seiner Facebook-Seite eingeladen. Unter den Teilnehmern sind auch der AfD-Landtagsabgeordnete Thomas Röckemann, der Kreissprecher Sebastian Landwehr sowie die Kreistagsabgeordneten Stefan Rohlfing und Frank Dunklau. Zudem achteten Polizisten sowie ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes auf die in der Innenstadt herrschende Masken-Pflicht. Die circa 30 AfD-Mitglieder und Sympathisanten, darunter auch Kinder, postierten sich mit großem Abstand voneinander vor dem Rathaus.

Einige protestierten mit Transparenten gegen die von Bund und Ländern sowie dem Kreis Minden-Lübbecke erlassenen Corona-bedingten Einschränkungen. "Freiheit statt Merkel", "Finger weg von unseren Kindern", "Keine Impfpflicht", "Aufstehen für Grundrechte", "Lockdown beenden!" oder "Deutschland. Aber normal", stand auf den Transparenten. Diese Parole ist die offizielle des AfD-Bundesverbandes. Der traf sich am vergangenen Wochenende in Dresden. Die dort beschlossenen Punkte einer Corona-Resolution las Landwehr von einem auch an Passanten verteilten Flugblatt ab. Unterbrochen wurden die neun einzelnen Punkte sowie Röckemanns und Rohlfings Redebeiträge von Musikeinspielungen. Unter anderem ertönte das Lied "Die Gedanken sind frei" in einer Kinderlied-Version, Marius Müller-Westernhagens "Freiheit" oder "Insel" der Band Juli.

In einem Remix mit diversen, eingesprochenen Parolen fand sich auch der Leitsatz der Fridays-for-Future-Bewegung "Wir sind jung, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut" wieder, oder zur Melodie von Dr. Albans "Sing Hallelujah" die Zeilen "steckt euch den Test in den A., steckt euch die Quarantäne in den A., steckt euch die Ausgangssperre in den A." (Auslassungen der Redaktion). Außerdem hallte auch ein stark Helene Fischers "Atemlos" ähnelndes Lied über den Marktplatz. Die Botschaft lautete: "Maskenlos, virenfrei, denn Corona ist vorbei."

Bildunterschrift: Thomas Röckemann von der AfD.

_______________________________________________


Am 3. Mai 2021 hielt der "AfD"-"Kreisverband Minden-Lübbecke" in Minden, eine "Mahnwache" gegen den Lockdown - Alexander von Wrese, Thomas Röckemann, Sebastian Landwehr -, mit 96 Teilnehmenden ab.

Am 26. April 2021 fand in Minden die fünfte "Mahnwache" der "AfD" - Redner: Udo Hemmelgarn, Thomas Röckemann, Sebastian Landwehr und Daniel Zerbin - gegen den Corona-Lockdown mit 57 Personen statt.

Am 19. April 2021 fand die vierte "Mahnwache" des "AfD"-"Kreisverband Minden-Lübbecke" ("Deutschland. Aber normal!") gegen "Impf- und Testzwang", in der Innenstadt von Minden mit 76 Teilnehmenden statt.

Am 12. April 2021 führte der "Kreisverband Minden-Lübbecke" der "AfD" eine "Mahnwache" ("Deutschland. Aber normal!") gegen "Impf- und Testzwang" auf dem Mindener Marktplatz mit 39 Teilnehmenden durch.

_______________________________________________


www.facebook.com/pages/category/Personal-Blog/Mindentr%C3%A4gtmaske-107983864488651

www.facebook.com/MindenGegenRechts

www.lap-minden.de

www.minden-luebbecke.de/Service/Integration/NRWeltoffen


zurück