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Neue Westfälische - Paderborner Kreiszeitung , 03.05.2021 :

Protest gegen Kundgebung der AfD

Rund 200 Menschen ziehen durch die Innenstadt unter dem Motto "1. Mai - Nazifrei" / Unterdessen übt die AfD vor dem Rathaus Kritik an den Corona-Maßnahmen

Viktoria Bartsch

Paderborn. Während sich Anhänger der AfD am späten Samstagnachmittag auf dem Rathausplatz trafen, kamen auf dem Marktplatz Unterstützer des Paderborner Bündnis gegen Rechts zusammen. Die dortige Kundgebung stand unter dem Motto "1. Mai - Nazifrei". "Wir wehren uns gegen die Vereinnahmung des 1. Mai durch die AfD", sagte Bündnissprecher Holger Drewer. Die AfD wolle die Gesellschaft spalten und stelle sich als Vertreter der Grundrechte dar. Gleichzeitig mischten Querdenker mit, die Verschwörungstheorien verbreiteten. Dies sei eine gefährliche Mischung.

Am 1. Mai gehe es um das gute Leben für alle, betonte Lisa Zumbrock von der Linksjugend vor den rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Strategie der AfD sei Hetze. "Solidarität bedeutet gemeinsam zu kämpfen, ungeachtet von Geschlecht und Hautfarbe." Auch Paderpride-Sprecher Ecki Steinhoff ergriff das Wort: "Jeder Mensch hat das Recht, so zu leben, wie er es für richtig hält, solange man andere nicht eingrenzt." Auch wenn es langsam nerve, immer wieder auf die Straße gehen zu müssen, "nichts tun, heißt Zustimmung", sagte er mit Blick auf die AfD-Veranstaltung einige Meter weiter. Martina Schu, Bundestags-Direktkandidatin der Linken und Bezirksgeschäftsführerin der Gewerkschaft ver.di, betonte: "Der 1. Mai ist der Tag der Gewerkschaften und nicht der AfD." Sie habe sich eine deutlichere Haltung der Stadt bei der Frage nach der Genehmigung der AfD-Veranstaltung auf dem Rathausplatz gewünscht. Das Ergebnis sei nicht nur enttäuschend, sondern auch peinlich.

Zwischenzeitlich zogen die Teilnehmer lautstark vom Marktplatz, vorbei am Abdinghof bis zum Marienplatz und versuchten mit Pfiffen und Rufen die AfD-Veranstaltung vor dem Rathaus zu stören. Dort kamen laut Polizei etwa 100 Menschen zusammen, darunter auch einige Passanten, welche die Veranstaltung am Rande verfolgten. Unter anderem sprachen der NRW-Landesvorsitzende der AfD Rüdiger Lucassen und der AfD-Fraktionsvorsitzende im Landtag NRW, Markus Wagner. Das Motto lautete: "Paderborn steht auf. Gemeinsam für unsere Grundrechte, Demokratie und Freiheit". Dabei ging es vor allem um die Kritik an den Corona-Maßnahmen. Die Corona-Verordnungen seien sichtbar verfassungswidrig, betonte etwa AfD-Kreissprecher Karl-Heinz Tegethoff. In Anlehnung an Alexander Gauland sagte Elia Sievers, Vorstand AfD-Bezirksverband Detmold, man werde Baerbock und Laschet jagen und sich das Volk wieder zurückholen.

Laut Polizei verliefen beide Veranstaltungen friedlich. Insgesamt war es ein ereignisreicher und politischer Mai-Feiertag in Paderborn: Bereits am Vormittag war NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bei der Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum Tag der Arbeit am 1. Mai vor dem Rathaus aufgetreten.

Ecki Steinhoff kündigte mit Blick auf den Samstagabend an, den Rathausplatz mit einigen Unterstützerinnen und Unterstützern fegen zu wollen. Nach dem Motto: "Kehraus - wir fegen den Dreck der AfD weg."

Bildunterschrift: Rund 200 Menschen protestieren mit bunten Fahnen und Plakaten gegen die AfD-Kundgebung.

Bildunterschrift: Vor dem Paderborner Rathaus versammeln sich Anhänger der AfD.

Bildunterschrift: Auf dem Marktplatz demonstrierten auch diese "Omas gegen Rechts" gegen den Auftritt der AfD am Rathaus.

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- Samstag, 1. Mai 2021 um 17.00 Uhr -


Antifaschistische Demonstration gegen die AfD: 1. Mai Nazifrei


Auftaktkundgebung:

Domplatz
33098 Paderborn


Für Samstag, den 1. Mai 2021, ruft das Paderborner Bündnis gegen Rechts um 17.00 Uhr auf dem Domplatz zu einer Demonstration gegen die Kundgebung der AfD auf. Am Arbeiterinnen-, Arbeiter-Kampftag will die AfD ihre rassistische und nationalistische Hetze auf die Straße tragen. Das werden wir nicht akzeptieren! Wir wehren uns gegen die Instrumentalisierung des 1 .Mai durch die AfD!

Im Gleichklang mit den Corona-Leugnerinnen, -Leugnern versucht sich die AfD als Verteidigerin von Grundrechten zu stilisieren. Dabei ist ihre Polemik gespickt mit Verschwörungstheorien und Relativierungen des Nationalsozialismus. Wenn die AfD in historischer Kontinuität einen "Tag der nationalen Arbeit" begehen will, müssen wir uns dem entschlossen entgegenstellen. Der Pandemie können wir nur solidarisch und global etwas entgegensetzen. Der 1. Mai bleibt antirassistisch.

Falls ihr die Möglichkeit habt, lasst euch bitte testen, bevor ihr zur Demonstration kommt. Wir weisen außerdem darauf hin, dass ein Mindestabstandes gewahrt sowie ein Mund- und Nasen-Schutz getragen werden muss.


Paderborner Bündnis gegen Rechts


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Am 1. Mai 2021 führte der "AfD"-"Stadtverband Paderborn" eine Versammlung: "Für unsere Grundrechte!" (Ansprachen: Rüdiger Lucassen, Marvin Weber, Elia Sievers, Markus Wagner, Karl-Heinz Tegethoff) durch.

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