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Westfalen-Blatt ,
28.02.2020 :
Rothe dachte nie an Rache
Herford (WB/man). Er habe niemals Rachegedanken gehabt. Viel mehr sei er dankbar, dass er überlebt habe, dass er beim Wiederaufbau der Herforder Synagoge helfen konnte: Einblicke in sein Seelenleben hat Harry Rothe, früherer Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, vor 60 JVA-Häftlingen gegeben. Der 82-Jährige, der die Konzentrationslager Bergen-Belsen und Theresienstadt überlebt hat, beteiligte sich mit seinem Zeitzeugen-Bericht an einem JVA-Projekt zum Thema Antisemitismus. In den Fragen der jungen Männer ging es auch um Schuld und Vergebung. Rothe antwortete: "Vergeben kann man das nicht. Wem sollte ich denn auch vergeben?" Viel wichtiger sei, dass der Holocaust nicht vergessen werde. Aktuellen Antisemitismus sehe er nicht zuletzt bei der AfD.
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