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Westfalen-Blatt / Vlothoer Zeitung ,
28.02.2020 :
Zeichen gegen Mobbing, Hetze und Intoleranz
Vlothoer Erklärung liegt bis zum 6. März im Herforder Kreishaus aus
Vlotho (VZ). Bürgermeister Rocco Wilken ist der erste, der die Vlotho Erklärung unterschrieben hat. Und er hat ein paar klare Wort hinzugefügt: "Wir können nicht nichts tun", steht dort vor seiner Unterschrift. In der Din-A4 großen Kladde haben mittlerweile über 1.000 Menschen Unterschriften und Kommentare hinterlassen. Anlass für die Erklärung waren homophobe Anfeindungen gegen Gemeindepfarrer Jörg Uwe Pehle. Daraufhin wurde im vergangenen Jahr die Vlothoer Erklärung verfasst, um sich gegen Diskriminierungen aller Art auszusprechen.
Bisher lag sie an verschiedenen Schulen, auf verschiedenen Märkten, in der St. Stephan Gemeinde und im Vlothoer Rathaus aus. Nun schließt sich auch das Kreishaus an. Bis zum 6. März kann jeder Interessierte die Erklärung einsehen, unterschreiben und auch kommentieren (Servicebüro im Eingangsbereich des Kreishauses in der Amtshausstraße 3 in Herford). Danach ist geplant, sie an die fünf Berufskollegs des Kreises in Herford, Bünde und Löhne weiterzugeben. Landrat Jürgen Müller freut sich auf rege Beteiligung: "Es ist wichtig sich gegen jegliche Form von Diskriminierung zu wehren. Wir wollen ein deutliches Zeichen setzen gegen Mobbing, Hetze, Gewalt und Intoleranz und diese Zeichen sollten auch außerhalb der Stadt Vlotho sichtbar sein! Wir sollten uns ständig vergegenwärtigen, dass wir alle Vorbilder sein können."
Für Landrat Müller ist es nicht die erste Aktion von Zivilcourage, die er unterstützt. Auch das Engeraner Manifest für Demokratie und Offenheit gegen Populismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus wurde unterstützt. Darüber hinaus setzt sich der Kreis Herford auch im Runden Tisch für ein Queeres Zentrum ein und hat im vergangenen Jahr die Regenbogen-Fahne vor dem Kreishaus gehisst.
Bildunterschrift: Landrat Jürgen Müller, Katharina Vorderbrügge (Kulturbeauftragte der Stadt) und Bürgermeister Rocco Wilken machen sich stark für die Vlothoer Erklärung.
Die Vlothoer Erklärung im Wortlaut
Wir, die Unterzeichnenden, setzen mit unserer Unterschrift ein deutliches Zeichen gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Rechtsextremismus, Gewalt, und Hetze in jeglicher Form. Wir bekennen uns zu Vielfalt, Demokratie und Toleranz. Entschieden wenden wir uns gegen jede Ideologie der Ungleichwertigkeit und damit gegen jede Form der Ausgrenzung von Menschen auf Grund ihrer Herkunft, Religion, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung. Vorurteile und Hetze, Diskriminierung und Ausgrenzung schaffen ein Klima der Missgunst und Feindseligkeit und einen fruchtbaren Boden für Hass und Gewalt. Dem stellen wir uns gemeinsam entschlossen entgegen. Wir sind der Überzeugung, dass die Achtung der Menschenwürde, Solidarität und Nächstenliebe das Fundament eines friedlichen Zusammenlebens in unserer demokratischen Gesellschaft bilden und dass Pluralität und Vielfalt gesellschaftliche Entwicklung ermöglichen. Die freie Entfaltung des Individuums, die Offenheit für unterschiedliche Lebensweisen und gegenseitige Solidarität und Unterstützung prägen unsere Haltung. Durch Zusammenhalt und Zivilcourage schützen wir unsere demokratischen Werte und setzen uns für ein von Respekt und Gemeinschaft geprägtes Zusammenleben ein.
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Am 9. November 2018 fand im "Kinder- und Jugendzentrum Enger "Zebra"" die Auftaktveranstaltung zum "Engeraner Manifest" - "gegen jegliche Form von Populismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus" statt.
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www.zebra-jz.de/wordpress/engeraner-manifest/
www.vlotho.de/Rathaus-Politik
www.gegenrechts.info
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