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Westfalen-Blatt / Bielefelder Zeitung ,
27.02.2020 :
"Sichere Häfen": Beschluss vertagt
Bielefeld (MiS). Die Stadt Bielefeld will zusätzlich 90 Flüchtlinge aus griechischen Lagern aufnehmen, außerdem zehn weiteren unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ein Quartier bieten. Bereits im Sommer 2019 war die Stadt der kommunalen Initiative "Sichere Häfen" beigetreten. Damals war es um die Aufnahme von Migranten gegangen, die aus dem Mittelmeer gerettet worden waren. Weil die Mittelmeer-Anrainer ihren strikten Aufnahme-Stopp beendet hatten, sank die Zahl. Die Initiative richtete ihren Blick nun auf die zum Teil katastrophalen Zustände in griechischen Lagern. Die CDU im Rat hat vor der Bielefelder Entscheidung noch Beratungsbedarf. Deshalb trafen Sozial-, Jugendhilfe- und Hauptausschuss am Mittwoch noch keine Entscheidung.
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Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt, 15.07.2019:
Bielefeld will Flüchtlinge aus Seenot aufnehmen
Sicherer Hafen: Der Rat beschließt, dem Bündnis von rund 60 Städten beizutreten
Bielefeld (bast/IK). Die Stadt tritt dem Bündnis "Städte Sicherer Häfen" bei und wird die so genannte Potsdamer Erklärung unterzeichnen. Das hat der Rat mit den Stimmen der Paprika-Koalition und der Linken beschlossen. Damit erklärt sich die Stadt wie rund 60 weitere Städte in Deutschland bereit, aus Seenot gerettete Flüchtlinge zusätzlich aufzunehmen.
Die "Städte Sicherer Häfen" fordern von der Bundesregierung, sie bei der praktischen Aufnahme, Unterbringung und Finanzierung zu unterstützen. Bereits im letzten Jahr hatte die Stadt beschlossen, über die gesetzliche Quote hinaus minderjährige Flüchtlinge aus Seenotrettung aufzunehmen. Auf Grund der Entscheidung wurden acht Minderjährige aufgenommen.
"Für uns ist heute ein wichtiger Tag", sagte Brix Tramsen von der Initiative Seebrücke Bielefeld bei der Fridays-for-Future-Demo am Rathaus vor der Ratssitzung: "Es ist wichtig, dass sich die Städte nicht bloß dazu bekennen, sondern dass sie sich auch wirklich darum bemühen." Oberbürgermeister Pit Clausen hatte bereits 2018 seine Bereitschaft erklärt, aus Seenot gerettete Flüchtlinge aufnehmen zu wollen. Dafür hatte er einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschrieben. Bereits seit Sommer 2018 ist Bielefeld offiziell "Sicherer Hafen" - so wie rund 60 Städte.
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www.bielefeld.de/de/pressedienst/detail.html?id=1035220
www.seebruecke.org/safe-havens/bielefeld
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