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Neue Westfälische - Paderborner Kreiszeitung ,
27.02.2020 :
Kabarett unter dem Hakenkreuz
Eckhard Radau und Benny Düring lassen Werner Finck lebendig werden
Paderborn. Er war der Star der berühmten Berliner Katakombe, bis diese auf Anordnung Goebbels geschlossen werden musste: Werner Finck. Eckhard Radau und Benny Düring lassen den Kabarettisten, Schauspieler und Schriftsteller am kommenden Wochenende im Amalthea lebendig werden. Am Freitag und Samstag, 28. und 29. Februar, präsentieren die Paderborner jeweils um 20 Uhr ihr Werner-Finck-Programm unter dem Programmtitel "Ich bin der Finck - leicht gedrosselt".
Finck machte politisches Kabarett, als andere längst nur noch Kabarett machten. In den Jahren 1929 bis 1935 war er der Conférencier und später Leiter der berühmten Berliner Katakombe, bis diese geschlossen wurde. Nach Gefängnis und Internierung im KZ Esterwegen trat er bis 1939 in zahlreichen Berliner Kabaretts auf und ließ sich den Mund nicht verbieten. Das führte schließlich auf Anordnung Goebbels zum Ausschluss aus der Reichskulturkammer und zum Auftrittsverbot. Finck überlebte als Soldat Krieg und Gewaltherrschaft, da viele Vorgesetzte ihn schützten. Der Theaterkritiker Friedrich Luft schrieb über Werner Finck: "Er hatte kein Programm, auf eine Ideologie war er nie eingeschworen. Aber sein Witz und seine Lust am Widerspruch und am Widerstand zuckten, sobald er das Gefühl hatte, man wolle seine Freiheit beschneiden." Die Veranstaltungen sind zwar grundsätzlich ausverkauft, mit etwas Glück können Interessenten aber an der Abendkasse vielleicht noch eine nicht abgeholte Karte ergattern, schreibt das Amalthea mit Blick auf Erfahrungen.
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www.amalthea-theater.de
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