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Westfalen-Blatt / Lübbecker Kreiszeitung ,
24.02.2020 :
Burkhard Brauns tritt aus der AfD aus
Ehemaliger Kreissprecher distanziert sich
Minden (fs). Auf seiner Facebook-Seite hat der ehemalige Kreissprecher Burkhard Brauns von der Alternative für Deutschland (AfD) am Freitag überraschend seinen unverzüglichen Austritt aus der Partei bekannt gegeben. Zudem hat er sämtliche Ämter in Gremien des Rates der Stadt Minden und des Kreises zurückgegeben. Das bestätigte er auch im Gespräch mit der Lübbecker Kreiszeitung.
Als Hauptgrund für seinen Austritt schildert Brauns persönliche Differenzen mit anderen Mitgliedern des AfD-Kreisverbandes sowie deren radikaler Gesinnung und sagt, dass er "zum inneren Feind der Partei" geworden sei. Bei Facebook schreibt Burkhard Brauns dazu: "Ich durfte in meiner Zeit in dieser Partei viele anständige und aufrichtige Menschen kennenlernen. Die meisten sind weder besonders radikal noch "rechts". Leider trifft dies nicht auf alle Mitglieder zu, denn es gibt wie überall einzelne aber wirkungsvolle Karrieristen. Menschen, die ihre Person vor die Sache stellen, gar persönliche Gefolgschaft vor die Ziele und das Wohl einer Partei stellen. Und wenn es ganz schlimm kommt, erhalten solche Menschen dann Machtpositionen, die sie für ihr destruktives Wirken und auch ihre teils (rechts) extremistischen Einstellungen nutzen."
Ohne einen Namen zu nennen, richtet sich Bruns Kritik damit wohl gegen den Mindener AfD-Landtagsabgeordneten Thomas Röckemann. Denn Bruns erklärt weiter: "Nachdem ich vor einigen Monaten erleben musste, was das Wirken eines an sich selbst gescheiterten ehemaligen Landessprechers zunächst auf Bezirksebene und jetzt auch hier vor Ort anrichtet, kann ich diesen Weg nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren."
Dieser Zeitung erklärt Brauns, dass er zunehmend Gegenwind aus dem Kreisvorstand der Partei bekommen habe und ihm die Arbeit erschwert worden sei. "Es wurde verlangt, sich ausschließlich hinter eine Person zu stellen. Es ging aber nicht mehr um die Sache an sich", sagt Brauns.
Die "Ziele und Programme" der AfD, so erklärt es Brauns, teile er jedoch weiterhin. Nach eigenen Aussagen sieht er in der AfD "eine Kraft, die sich der fortschreitenden illegalen Zuwanderung, einer ebenfalls rapide fortschreitenden Gefahr durch den politischen Islam und nicht zuletzt der Aushebelung des Grundgesetzes durch eine Frau Merkel und deren Willkommensklatschern in den Altparteien und den Kirchen entgegenstellt".
Andererseits distanziert sich Burkhard Brauns aber vom rechten "Flügel" der AfD und sagt, dass er "auch gegen diese Scharfmacher" sei. Schließlich sei er Beamter und habe auf das Grundgesetz einen Eid geschworen.
Auf seinen Entschluss, aus der AfD auszutreten, habe er auch aus der Partei durchweg positives Feedback erhalten, sagt Burkhard: "Es geht halt nicht nur mir so." Hinsichtlich eines künftigen politischen Engagement sagt Brauns im Gespräch, er wäre gerne für den Mindener Stadtrat aktiv geworden. Als bekannt geworden sei, dass er wieder kandidieren wolle, sei jedoch eine "Schmutzkampagne" gegen ihn gerichtet worden. "Bis tief ins Private ging das und man drohte mir vor einigen Tagen nun direkt Konsequenzen im Falle meiner Neuwahl als Sprecher in einem Vorstand ohne Mehrheit an", schreibt er dazu bei Facebook. Deshalb wolle er nun erst mal nichts Politisches mehr machen, erklärt Brauns.
Bildunterschrift: Burkhard Brauns.
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