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Westfalen-Blatt / Lübbecker Kreiszeitung ,
24.02.2020 :
Protest gegen Rechts
Mehr als 2.000 Menschen haben in Minden eine Mahnwache abgehalten
Minden (fs). "Jedes Kind weiß es genau: Werd mal aus Geschichte schlau" oder "Wir spülen braunen Nazi-Dreck mit Toleranz und Vielfalt weg" sind nur zwei von zahlreichen Slogans, die am Samstag auf dem Kleinen Domhof in Minden auf Schildern zu lesen waren. Der Grund dafür ist eine friedliche verlaufende Mahnwache des Bündnisses "Minden gegen Rechts" gewesen, zu dem weit mehr als 2.000 Menschen gekommen waren.
Ein Zeichen gegen "Rechtsruck" zu setzen und darauf aufmerksam zu machen, dass "die zunehmende Gewaltbereitschaft der extremen Rechten" auch ein Resultat daraus sei, "dass menschenfeindliche Einstellungen auf immer mehr Akzeptanz in der Mitte der Gesellschaft stoßen würden", ist laut dem Bündnis der Anlass für diese Mahnwache gewesen. Konkrete Auslöser dafür waren nach Angaben der Organisatoren unter anderem die politische Krise in Thüringen und die Festnahme von mutmaßlichen Rechts-Terroristen in Minden und Porta Westfalica. Dazu sei am Mittwoch vergangener Woche der wahrscheinlich rechtsterroristische Anschlag mit insgesamt elf Toten in Hanau gekommen, der die Dringlichkeit dieser Demonstration noch einmal unterstrichen habe.
Neben Mindens Bürgermeister Michael Jäcke hielten bei der Mahnwache auch Pastor Frieder Küppers von der Mariengemeinde, Amal Hamdan als Integrationsratsvorsitzende, Elke Bikowski von der "Seebrücke Minden" sowie die Schülerinnen Ronja, Merret und Julia von der Fridays for Future-Bewegung Ansprachen. Darin ging es laut Jannes Tilicke, der die Mahnwache angemeldet hat, vor allem um den notwendigen Zusammenhalt in der Gesellschaft, Asyl, Rassismus und den eigenen Erfahrungen damit.
Bildunterschrift: Weit mehr als 2.000 Menschen sind am Samstag zur Mahnwache des "Bündnisses gegen Rechts" nach Minden gekommen.
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