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Neue Westfälische - Paderborner Kreiszeitung , 10.02.2020 :

Ausstellung über die Landjuden eröffnet

Schautafeln geben einen Überblick über das Leben der jüdischen Familien

Johannes Büttner

Büren. Es sind Menschen wie Jost Wedekin und Gerda Mörchen, die die Erinnerung an die Menschen wachhalten, die einst ein Bestandteil einer dörflichen Gemeinschaft waren und dann zum großen Teil in den Konzentrationslagern von der SS ermordet wurden. Im Kreismuseum Wewelsburg wurde jetzt eine Ausstellung eröffnet, in der Jost Wedekin und Gerda Mörchen das Leben und die Schicksale der Landjuden aus Atteln und Haaren exemplarisch für viele andere Landjuden dokumentiert haben.

"Sie waren keine Außenstehenden, sie waren ein Teil des Dorflebens. Die Juden gehörten dazu", sagte Landrat Manfred Müller bei der Eröffnung. Ausstellungen wie die von Jost Wedekin und Gerda Mörchen seinen wichtig, damit die Menschen begreifen und verstehen, wie der nationalsozialistische Rassenwahn entstanden ist, so Müller weiter. Der Landrat nahm in seiner Rede auch Bezug auf die aktuelle Situation. "Es ist wieder eine Zeit, wo Synagogen wieder bewacht werden müssen. Auch wir machen das. Es bedeutet viele Kosten und einen hohen Aufwand, aber es ist leider notwendig", sagte Müller.

Die Ausstellung selber befindet sich im Sonderausstellungsbereich des ehemaligen Wachgebäudes. Hier geben acht Schautafeln einen Überblick über das Leben der jüdischen Familien Wittgenstein und Rosenberg aus Atteln. Mehrere Tafeln informieren über die persönlichen Verhältnisse und ihre Zuweisung zu den Synagogen-Bezirk Haaren. Im zweiten Teil der Dokumentation wird über die Nachkommen des Salomon Rosenberg aus Atteln berichtet. An 23 weiteren Tafeln wird die fast 300-jährige Geschichte der Haarener Landjuden beschrieben.

Haaren gehörte zu den wenigen dörflichen Gemeinden im unterwaldischen Distrikt des Fürstbistums Paderborn, in denen bereits am Ende des 17. Jahrhunderts jüdischen Bewohner nachgewiesen sind. Die Phase der Juden-Verfolgung in der NS-Zeit beginnt in Haaren im Dezember 1941 mit dem Transport der Familien Bachenheimer und Sax nach Riga und endet im März 1943 mit dem Transport der Familie Tobias nach Auschwitz.

Exemplarisch wird in der Ausstellung das Schicksal der Familie Rosenberg dargestellt, Helene und Jakob Rosenberg gehören zu den 28 Haarener Opfern des Holocaust.

Bildunterschrift: Gerda Mörchen (v. l.) und Jost Wedekin haben die Ausstellung erstellt. Zu Eröffnung kamen auch die Nachkommen der Familie Rosenberg, Viktoria, Helene und Fritz Rosenberg. Mit dabei Landrat Manfred Müller (4. v. l.) und Museumsleiterin Kirsten John-Stucke (r.).

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- Donnerstag, 6. Februar 2020 um 16.00 Uhr -


Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 - 1945: Eröffnung der Sonderausstellung "Landjuden in Haaren und im Altenautal"


Veranstaltungsort:

Kreismuseum
Burgwall 19
Sonderausstellungsraum
33142 Büren-Wewelsburg

www.wewelsburg.de


Die Ausstellung erinnert an die Schicksale von jüdischen Familien aus Haaren sowie den Altenautal-Dörfern Atteln, Etteln und Husen, die in der Haarener Synagogengemeinde vereint waren.

Ihr Leben und vor allem ihre Verfolgung während des Nationalsozialismus stehen dabei im Mittelpunkt der Forschungen von Jost Wedekin. Der ehemalige Leiter der Hauptschule Atteln-Haaren veröffentlichte bereits 2008 seine Forschungen in einer Ausstellung zu jüdischen Familien aus Haaren. Zehn Jahre später erarbeitete er zusammen mit der Historikerin Gerda Mörchen eine weitere Ausstellung zu den Familien Wittgenstein und Rosenberg aus dem Altenautal.

Das Kreismuseum zeigt nun beide Ausstellungen zusammen, um 75 Jahre nach Kriegsende an das jüdische Leben im Paderborner Land zu erinnern.

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Am 6. Februar 2020 wurde in der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 - 1945 die Ausstellung "Landjuden in Haaren und im Altenautal" - Erinnerung an jüdisches Leben im Paderborner Land - eröffnet.

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www.wewelsburg.de


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