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Lippische Landes-Zeitung ,
10.11.2017 :
Lagenser erinnern an das Novemberpogrom
Lage (sc). Es gehört seit 33 Jahren zur guten Tradition, dass sich Lagenser zum Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November zur Kranzniederlegung am Jüdischen Friedhof zusammen finden. "Es ist wichtig, überlebenswichtig, dass wir die Erinnerung erhalten", verdeutlichte Pfarrerin Christina Hilkemeier in ihrer Begrüßung. "Es ist unsere Aufgabe, jeder Art der Ausgrenzung und Gewalt vehement gegenüber zu treten", sagte Hilkemeier im Gedenken an die Verfolgung der jüdischen Mitbürger, die letztlich deren Auslöschung zum Ziel hatte. Die stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Fieke legte den Kranz der Stadt Lage nieder (Foto) und mahnte in ihrer Ansprache, dass sich solch eine Nacht, geprägt von Demütigung, Verfolgung und Vernichtung, niemals wiederholen dürfe. Im Anschluss an die feierliche Kranzniederlegung verlas Pfarrer im Ruhestand Martin Hankemeier die Namen der ermordeten sowie gedemütigten Juden aus Lage, Pfarrer Richard Krause sprach das jüdische Totengebet. Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkstunde von den Posaunenchören der evangelisch-lutherischen, der evangelisch-reformierten sowie der Selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Lage. Prof. Dr. Ingo Althöfer spielte jiddische Lieder auf dem Akkordeon.
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