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4 Veranstaltungen - Nachrichten ,
09.11.2017 :
Tages-Chronologie von Donnerstag, 9. November 2017
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Veranstaltungskalender:
- Donnerstag, 9. November 2017 um 17.00 Uhr -
Gedenken an die ermordeten Bünder Jüdinnen und Juden
Veranstaltungsort:
Jüdisches Mahnmal
Marktplatz
Marktstraße
32257 Bünde
Eine Veranstaltung der "Initiative 9. November Bünde" im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Erinnern heißt Partei ergreifen" vom 21. Oktober bis 23. November 2017.
www.facebook.com/9NovemberBuende/
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- Donnerstag, 9. November 2017 um 18.00 Uhr -
Vortrag von Sebastian Winter: Anti-Genderismus, Antisemitismus und MuslimInnen-Feindlichkeit
Veranstaltungsort:
Universität Bielefeld
Universitätsstraße 25
Hörsaal 10
33615 Bielefeld
www.uni-bielefeld.de
Sozialpsychologische Überlegungen zum ideologischen Syndrom der extremen Rechten
Der Kampf gegen den "Genderismus" vereint die extreme Rechte von AfD bis NPD und findet Anklang bis hin zu Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Spiegel. Bereits die "Konservative Revolution" der 1920er Jahre propagierte den Kampf gegen als "verjudet" interpretierte Transformationsprozesse der Geschlechterordnung.
Im Nationalsozialismus wurde dann unter dem Vorzeichen der Volksgemeinschaft eine "neue Synthese" der Geschlechter verhießen, die frei sei von den zersetzenden Einflüssen der Frauenemanzipation, aber auch von "Lüsternheit" und allem Künstlichem.
Heute richtet sich die Stoßrichtung gegen staatliche Gleichstellungspolitik, liberalen Sexualkundeunterricht, feministische Kritik und jede Denaturalisierung des Geschlechtlichen. Verschwörungstheoretisch wird eine "Gender-Lobby" als dahinter treibende dunkle Kraft vermutet, welche die Deutschen umerziehen will - und wieder finden sich (strukturell) antisemitische Assoziationen. Scheinbar paradox wird gleichzeitig oftmals die Ablehnung von "Frauenunterdrückung" und Juden-Feindschaft demonstrativ betont. Man stehe hier als gute Deutsche oder guter Deutscher ganz im Gegensatz zu "den Moslems" und "NAFRIs". Die MuslimInnen-Feindlichkeit dient als Ausweis der Anti-Nazi-Gesinnung.
Eine Veranstaltung des Feministischen Referats (FemRef*) und der Antifa-AG an der Universität Bielefeld.
www.femref.blogsport.de
www.facebook.com/Antifa-AG-an-der-Uni-Bielefeld-289631527842463/
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- Donnerstag, 9. November 2017 um 19.30 Uhr -
Vortrag von Norbert Ellermann: Rüstungsproduktion unter Tage gegen Ende des Zweiten Weltkrieges - Die Konzentrationslager in Porta Westfalica
Veranstaltungsort:
Heimatmuseum Hüllhorst
Schnathorster Straße 3
32609 Hüllhorst
1944/45 wurden in Porta Westfalica mehrere Konzentrationslager als Außenkommandos des Konzentrationslagers Neuengamme bei Hamburg errichtet. Die dort befindlichen männlichen und weiblichen Häftlinge erweiterten auf Befehl der SS unter menschenfeindlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen bereits vorhandene Bergbaustollen, damit dort geschützt vor alliierten Luftangriffen die bereits schwer getroffene deutsche Kriegsindustrie ihre Rüstungsproduktion fortsetzen sollte.
Der mit Plänen, Zeichnungen, historischen und aktuellen Fotos sowie Berichten von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen versehene Vortrag zeigt die so genannte Unterverlagerung der deutschen Kriegsindustrie und das KZ-Lagersystem am Beispiel von Porta Westfalica auf. Hierbei werden Täter und Opfer aber auch die benachbarte Zivilbevölkerung sowie die spätere Aufarbeitung der Geschichte einschließlich der aktuellen Erinnerungsarbeit vorgestellt.
Norbert Ellermann ist Historiker und Mitarbeiter des Kreismuseums Wewelsburg.
Eine Veranstaltung der Volkshochschule Lübbecker Land.
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- Donnerstag, 9. November 2017 um 19.30 Uhr -
Vortrag von Thomas B. Schumann: Deutsche Künstler im Exil 1933 - 1945
Veranstaltungsort:
Forum Jacob Pins im Adelshof
Westerbachstraße 35 - 37
37671 Höxter
www.jacob-pins.de
"Man emigriert eben auf Lebenszeit." (Georg Stefan Troller)
Der Autor, Verleger und Sammler Thomas B. Schumann berichtet an Hand seiner Publikation "Deutsche Künstler im Exil 1933 - 1945" von der Kulturvernichtung der Nationalsozialisten und gibt Einblick in die Entstehung und inhaltliche Ausrichtung seiner Exil-Sammlung.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung Deutsche Künstler im Exil - Werke aus der "Sammlung Memoria" von Thomas B. Schumann vom 8. Oktober bis 30. November 2017 im Forum Jacob Pins.
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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Donnerstag, 9. November 2017
Am 9. November 2017 besuchte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer, aus Anlass des Gedenkens an die Pogromnacht vom 9. November 1938, die Gedenk- und Informationsstätte Alte Synagoge in Petershagen.
Vermutlich am 27. Januar 2018 bringt die: "KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica e.V." eine Gedenktafel - zur Erinnerung an die jüdische Familie Michelsohn - an der Fassade eines Neubaus an.
Am 9. November 2017 wurde in der Jüdischen Kultusgemeinde Minden an das Novemberpogrom von 1938 erinnert, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Alte Synagoge Petershagen e.V. hielt eine Gedenkrede.
Am 9. November 2017 wurde die 9. - nach dem jüdischen Holocaust-Überlebenden Adolf Sternheim - (14. September 1871 bis 19. April 1950) benannte "Sternheim-Nadel", der Alten Hansestadt Lemgo, verliehen.
Am 9. November 2017 nahmen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger in Lemgo, an einem Trauermarsch, zur Erinnerung an die NS-Opfer sowie das Novemberpogrom 1938, vom Frenkel-Haus zur alten Synagoge teil.
Am 9. November 2017 fand eine Gedenkfeier zum Novemberpogrom 1938, auf dem Jüdischen Friedhof in der Stadt Lage, mit Kranzniederlegung, jiddischen Liedern, Ansprachen sowie jüdischem Totengebet statt.
Am 9. November 2017 erinnerten die "Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V.", sowie die Stadt Detmold - mit einem Konzert - "Irgendwo auf der Welt" -, an das Novemberpogrom 1938.
www.synagoge-petershagen.de
www.facebook.com/synagoge.petershagen
www.gedenkstaette-porta.de
www.juedischer-friedhof-hausberge.de/das-schul-projekt.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Porta_Westfalica
http://jkgminden.wixsite.com/startseite
www.gcjz-minden.de
www.gfcjz-lippe.de
www.stolpersteine-lemgo.de
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Artikel-Einträge in der Datenbank:
Mindener Tageblatt, 09.11.2017:
Freitod aus Verzweiflung
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Mindener Tageblatt, 09.11.2017:
Freitod aus Verzweiflung
Mehrere Mitglieder der Familie Michelsohn starben im KZ, andere sahen keinen Ausweg und brachten sich um / An sie und alle jüdischen NS-Opfer erinnert eine Gedenktafel
Von Stefan Lyrath
Porta Westfalica-Hausberge (Ly). Die Anbringung einer Gedenktafel am Neubau an der Hauptstraße 21, geplant für den heutigen Donnerstag, wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, möglicherweise im Dezember. Denkbar erscheint aber auch der 27. Januar, zugleich bundesweiter Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und Erinnerung an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz im Jahr 1945.
Das berichtet der Portaner Gedenkstättenverein. Die Außenverkleidung des Neubaus sei noch nicht so weit fertig, dass die Gedenktafel angebracht werden könne. Vorher befand sich die Tafel am Gebäude der ehemaligen Amtssparkasse dortselbst, bevor dieser Bau Ende 2015 abgerissen wurde.
Auf dem Grundstück in Hausberge entstehen zur Zeit zwei Neubauten mit zusammen 17 Wohnungen. Früher stand dort ein Büro- und Wohnhaus der jüdischen Familie Michelsohn.
An sie und an sämtliche anderen Hausberger Juden, die zu Opfern der NS-Gewaltherrschaft geworden sind, erinnert diese Gedenktafel. Im Garten des Hauses befand sich zudem die um 1850 errichtete Synagoge der Jüdischen Gemeinde Hausberge. In den 1930er Jahren wurde das Gotteshaus dann wegen Baufälligkeit abgerissen.
Bekanntestes Mitglied der weitverzweigten Familie war wohl der 1891 geborene Otto Michelsohn, der während der Nazi-Zeit vielen anderen Juden zur Flucht verholfen hat, unter anderem als Auswandererberater im "Hilfsverein der Juden in Deutschland". Otto selbst konnte rechtzeitig ins Ausland fliehen. Nach dem Krieg lebte er von 1962 bis 1992 bei einer Tochter in Baden-Baden.
Gewohnt haben an der Hauptstraße 21 zuletzt unter anderem Max und Frieda Michelsohn. Beide verließen Hausberge bereits 1936, erlitten aber ein ähnliches Schicksal wie Millionen anderer Juden.
Von Hannover aus wurden die Eheleute im Dezember 1941 ins Konzentrationslager Riga deportiert, wo sie umgekommen sind. Stolpersteine, verlegt in Hannover, erinnern an Max und Frieda Michelsohn. Überlebt haben das Lager in Riga (Lettland) die Töchter Gertrud und Herta.
Hedwig, Laura und Siegfried Michelsohn, deren Bruder Max war, sind im Oktober 1936 nach Wuppertal-Elberfeld umgezogen, nachdem sie das Haus an der Hauptstraße 21 verkauft hatten.
Fünf Jahre später brachten sich die drei Geschwister in ihrer Verzweiflung um. Begraben sind sie auf dem jüdischen Friedhof am Weinberg in Wuppertal.
Familie Michelsohn war wirtschaftlich erfolgreich und sozial engagiert
Im Jahr 1989 beschloss der Bezirksausschuss, in Hausberge eine Gedenktafel anbringen zu lassen. Die Familie Michelsohn hatte nicht nur wirtschaftliche Bedeutung erlangt, indem sie ein Steinbruchunternehmen, Sand- und Kiesgruben betrieb, sondern war auch sozial sehr engagiert.
Es ist übrigens nicht sicher, ob das Gebäude an der Hauptstraße 21 tatsächlich erst 1903 errichtet wurde, wie es auf der Tafel steht. "Die Michelsohns wohnten hier schon deutlich länger", schreibt Bernhard Bühlmeyer vom Gedenkstättenverein. "Aus den Ausführungen von Otto Michelsohn können wir entnehmen, dass an dieser Stelle wahrscheinlich zwischen 1873 und 1876 nach dem Brand des Vorgängergebäudes ein Neubau errichtet wurde."
Auf dem jüdischen Friedhof in Hausberge erinnern ein Mausoleum und mehrere Gräber an die Familie Michelsohn. Am Tag, wenn die Gedenktafel angebracht wird, will auch Karl-Wilfried Pultke, Vorsitzender der Gesamtschul-AG "Jüdischer Friedhof", einen kurzen Vortrag halten, unter anderem über die Synagoge.
Bildunterschrift: Das Mausoleum auf dem jüdischen Friedhof in Hausberge erinnert an die Familie Michelsohn.
Bildunterschrift: Zum Gedenken an jüdische NS-Opfer wird diese Tafel demnächst wieder aufgehängt.
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