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1 Veranstaltung - Nachrichten ,
24.10.2017 :
Tages-Chronologie von Dienstag, 24. Oktober 2017
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Veranstaltungskalender:
- Dienstag, 24. Oktober 2017 um 19.00 Uhr -
Filmvorführung: "Mr. Gaga" (Israel, Schweden, Deutschland, Niederlande 2016; Regie: Tomer Heymann, 103 Minuten)
Veranstaltungsort:
Lichtwerk Filmtheater
Ravensberger Park 7
33607 Bielefeld
www.lichtwerkkino.de
Ohad Naharin, aufgewachsen in Israel, gilt als einer der besten gegenwärtigen Choreographen. "Mr. Gaga" wird in renommierte Häuser wie die Staatsoper Berlin eingeladen, er erfand eine komplett neue Bewegungssprache, die den Modern Dance revolutionierte: "Gaga". In diesem Tanzstil geht es um die Interaktion zwischen den Beteiligten, um das gemeinsame Erarbeiten eines freien Bewegungsraumes. Naharin will Leidenschaft, herausbrechende Kraft, das Extreme und die Lust des Moments zeigen.
Regisseur Tomer Heymann möchte mit seinem Dokumentarfilm deutlich machen, dass hinter den Auftritten des von Naharin geleiteten Ensembles Batsheva Dance Company sehr harte Arbeit steckt. Außerdem zeichnet er nach, wie Naharin zu dem wurde, der er ist, und nutzt dazu bisher unveröffentlichte Probenaufnahmen und Archivmaterial.
Eine Veranstaltung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e.V. - Arbeitsgemeinschaft Bielefeld im Rahmen der 7. Bielefelder Tage des israelischen Films vom 26. September bis 24. Oktober 2017.
www.dig-bielefeld.de
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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Dienstag, 24. Oktober 2017
Am 19. Oktober 2017 sprach Karsten Wilke, in der Freien Waldorfschule Minden zu "Lifestyle, Zeichen und Codes der extremen Rechten", Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold.
Am 20. November 2015 distanzierte sich das Kollegium der Waldorfschule Minden ausdrücklich von: "allen rassistischen, nationalistischen und völkischen Tendenzen" - und "damit auch", von Wolf-Dieter Schröppe.
www.mobile-beratung-owl.de
www.lap-minden.de
www.facebook.com/MindenGegenRechts
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Artikel-Einträge in der Datenbank:
Mindener Tageblatt, 24.10.2017:
Kommentar / Neues aus dem Sumpf
Mindener Tageblatt, 24.10.2017:
Die Vielfalt der Codes am rechten Rand
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Mindener Tageblatt, 24.10.2017:
Kommentar / Neues aus dem Sumpf
Thema: Erkennungszeichen Rechter
Von Jürgen Langenkämper
In einen Strudel der Emotionen und der Enttäuschungen geriet die Waldorfschule im Frühjahr 2015 auf Grund der Verstrickungen eines Lehrers in ein braunes Netzwerk. Damals war vielen in der Schule und außerhalb, auch in der Leserschaft, nicht klar, was für Spielarten rassistischen Gedankenguts am rechten, am völkischen Rand der Gesellschaft virulent waren, und kaum jemand ahnte, was in jüngster Zeit noch hinzukommen sollte. Wer kannte schon die "Artgemeinschaft" oder die "Identitäre Bewegung"?
Überrascht sein muss man nicht darüber, dass unter dem Deckmantel angeblicher liberal-konservativer Ideen nationalistische und sogar rassistische Inhalte Zulauf erhalten. Dass verkappt faschistische Aussagen bei rund 15 Prozent der Bevölkerung Zustimmung erzielen, war schon in den 1980ern durch Meinungsumfragen bekannt - und durch Wahlerfolge für den Front National in Frankreich und die FPÖ in Österreich auch belegt.
Da ist es angeraten, sich gelegentlich über neu aufgetretene Spielarten von (Schein-)Argumenten rechter und extrem rechter Gruppierungen zu informieren. Es heißt, neue Ausdrucksformen rechtzeitig zu erkennen, wenn sich Feinde der Demokratie und der Gleichberechtigung aller Menschen in den politischen Alltag einschleichen wollen und dies auch in die Herzen und Köpfe der Menschen zu tun versuchen.
Das Leichtgläubige auf Abwege geraten, lässt sich nicht nur daran erkennen, dass sie Argumente von Rattenfängern aufschnappen und wiedergeben. Es zeigt sich auch an der halbbewussten Übernahme von Codes und modischen Macken als Argumentationsersatz. Daher kann es nur hilfreich sein, sich, wie dies jetzt die Waldorfschule getan hat, ein Update über Neues aus dem braunen Sumpf am rechten, völkischen Rand geben zu lassen.
Seite 7
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Mindener Tageblatt, 24.10.2017:
Die Vielfalt der Codes am rechten Rand
Die Mobile Beratung zeigt Waldorf-Eltern, woran rechtsextreme Einflüsse zu erkennen sind / Mit Zahlensymbolik, Zeltlagern, Modemarken und Musik versuchen rassistische Gruppen, Anhänger zu binden
Von Jürgen Langenkämper
Minden-Haddenhausen (mt). "Die rechte Szene ist breit und sehr gut vernetzt", macht Dr. Karsten Wilke von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus mit seinem Vortrag "Lifestyle, Zeichen und Codes der extremen Rechten" in der Freien Waldorfschule in Haddenhausen klar. Rund 250 bis 300 organisierte Rechte gebe es in Ostwestfalen-Lippe. Darum herum kreist mehr oder minder lose eine Peripherie der rechtsextremen Subkultur, in die vor allem Jugendliche auf der Suche nach Neuem, nach Abwechslung und manchmal auch nach Grenzüberschreitung leicht hineingezogen werden können.
Doch wie können Eltern, Lehrer und Mitschüler erkennen, wenn ein Jugendlicher neue "Freunde" aus der rechten Szene hat? Ein Anhaltspunkt kann das Tragen bestimmter Bekleidungsmarken sein, ein anderer das Verwenden von Codes - oft in Form von Zahlen. Während die Bedeutung von 18 und 88 als Symbole für den ersten und achten Buchstaben im Alphabet, A und H, den Initialen für Adolf Hitler, inzwischen den meisten bewusst sein dürfte, sind "14 words", kurz: 14, weniger bekannt. Dahinter verbirgt sich das aus den USA stammende "rassistische Manifest". Beliebt sind auch das so genannte Keltenkreuz und die Wolfsangel.
Einschlägige Kleidermarken, die nicht alle selbst nazistisch sind, aber gern von Rechtsextremen getragen werden, sind "Consdaple", "Doberman", "Fred Perry" und "Masterrace", während sich das frühere Skinhead-Label "Lonsdale" - wie "Fred Perry" - explizit vom Neonazismus distanziert hat. "Thor Steinar" aber ist eine Erkennungsmarke eingeschworener Rechter. "Da kommen Sie nur durch Beziehungen ran. Die gibt es nicht im Laden", sagt Wilke.
Ursula Haverbeck-Wetzel ist jedes zweite Wochenende für Vorträge unterwegs
Rechte Kreise in OWL wollten vor ein paar Jahren sogar eine eigene regionale Marke aufbauen: "Hermannsland". Ohne nachhaltigen Erfolg.
Vor 20 Jahren waren gewaltbereite rechte Skinheads an ihrem einheitlichen Aussehen mit kahlrasiertem Schädel zu erkennen. "Heute ist die Szene vielfältig", sagt Wilke. Die Mitglieder und Sympathisanten verbindet die Suche nach gemeinsamer Action, oft verbunden mit Alkoholkonsum und Gewalt, eine Verherrlichung des Kämpferischen, Rebellischen, des Untergrundkampfs.
Ein gemeinschaftlicher Erlebnisort und Schauplatz für Konzerte rechtsextremer Musik war bis 2010 ein Bunker in Minden, bis die Sache durch einen Überfall auf das vermeintlich linke Szenelokal "Hamburger Hof" aufflog. Danach, bis 2015, fungierte ein ehemaliger Bahnhof in Lage als verbindender Ort.
Aus der Region kommen rechtsradikale Musiker wie Marco Bartsch aus Verl, Sänger der Band "Sleipnir". Der "nationale Rapper" Julian Fritsch alias "MaKss Damage" ist aus Gütersloh.
Die Partei "Die Rechte" verteilte Anfang 2016, wie schon früher die NPD, "Schulhof CDs" mit rechtsextremer Musik und demokratiefeindlichen, rassistischen Texten. Wie schwierig es ist, manche Dinge oder einschlägig agierende Personen immer schnell zu identifizieren, zeigte der Fall des Landesvorsitzenden dieser Partei: Sascha Krolzig konnte im Jahr 2013 unerkannt als Praktikant im Rathaus von Werther agieren, bevor er sich dessen im Internet brüstete.
Im Internet war auch der in Minden und Schaumburg aktive Marcus Winter mit einer eigenen Homepage rührig. Daneben organisierte er Rechtsrock-Konzerte und Demonstrationen wie Aufmärsche in Bad Nenndorf.
Ebenfalls aus der Region stammt die bundesweit bekannte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel, die das verbotene "Collegium Humanum" leitete. Dass die Bild-Zeitung die 88-jährige Vlothoerin als "Nazi-Oma" titulierte, ist eine "Verharmlosung" in den Augen Karsten Wilkes. "Sie ist an jedem zweiten Wochenende in Deutschland unterwegs und hält Vorträge."
Mit Postkarten-Aktionen will die Partei "Der III. Weg" auf sich aufmerksam machen. Sie bedroht damit Asylsuchende und Flüchtlingshelfer.
Schon sehr früh versucht die völkische "Heimattreue Deutsche Jugend" (HDJ) des Detmolders Gerd Ulrich, Kinder und Jugendliche mit Zeltlagern an sich zu binden. Gerade erst hat die Aussteigerin Heidi Benneckenstein in ihrem druckfrischen Buch "Ein deutsches Mädchen. Mein Leben in einer Neonazi-Familie" ihren Weg hinaus aus diesem Milieu geschildert.
Ulrich gehört der so genannten "Artgemeinschaft" an wie auch der ehemalige, an diesem Abend nicht genannte Waldorf-Lehrer, der seine Schule durch seine Verstrickung und aktive Rolle in rechten Kreisen vor zwei Jahren in eine tiefe Krise stürzte. In Publikationen der "Artgemeinschaft" taucht immer wieder das Symbol der Irminsul, einer heidnischen Kultstätte, auf.
Die Externsteine sind beliebtes Ziel rechter Reisegruppen
Großer Beliebtheit bei rechten Reisegruppen, aber ebenso bei Esoterikern erfreuen sich die Externsteine, wo die Irminsul vermutet wurde. Rechte Reiseziele sind auch die Wewelsburg, die von der SS genutzt worden war, und das Hermannsdenkmal.
Anti-islamistisch geprägt ist die aus Frankreich stammende "Identitäre Bewegung". Ihr Zahlencode 732, 1529, 1571 und 1683 weist auf siegreiche Schlachten gegen muslimische Heere hin.
In der Diskussion, zu der der Vorstand der FWS unter Leitung von Peter Bücker eingeladen hat, werden Fragen nach dem Einfluss von Verschwörungstheorien und der Rolle von Neusiedlern oder Neuheiden aufgeworfen. Es gebe Überschneidungen, so Wilke. Neusiedler seien "eine Spielart der rechtsextremen Szene, eine Parallelgesellschaft in dörflichen Gemeinschaften".
Viel gefährlicher als manche rechtsradikale Gruppierung sind in den Augen von Manfred Stock, dem Vorsitzenden des Vereins "Minden für Demokratie und Vielfalt", der den Klärungsprozess an der Waldorfschule ebenso wie die Mobile Beratung begleitet hat, fremdenfeindliche Tendenzen im Alltag, "wenn mein Nachbar anfängt zu sagen, das wird man doch wohl noch sagen dürfen ... " Oft folgten dann Fragmente rechten Gedankengutes gegen das im Grundgesetz verankerte Recht auf Asyl.
Kommentar
Bildunterschrift: Anti-islamisch: Die "Identitäre Bewegung" hat ihre Wurzeln in Frankreich. Ihr Logo ist das Lambda in einem Kreis.
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