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2 Veranstaltungen - Nachrichten ,
11.11.2017 :
Tages-Chronologie von Samstag, 11. November 2017
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Veranstaltungskalender:
- Samstag, 11. November 2017 -
Antifa-Weekend OWL - 1. Tag
- Aktuelle Informationen:
www.antifaweekendowl.wordpress.com
www.facebook.com/antifaweekendowl/
Veranstaltungsort:
AJZ Bielefeld
Heeper Straße 132
33607 Bielefeld
www.ajz-bielefeld.de
Über uns:
Wir sind eine Gruppe von Menschen, die bis 2015 das "Antifa-Workcamp" am ehemaligen Kriegsgefangenenlager Stalag 326 in Stukenbrock organsierte. Seit 2016 veranstalten wir nun zweimal im Jahr, im Mai und November, das "Antifa-Weekend OWL" im AJZ Bielefeld. Dort bieten wir neben Workshops und Vorträgen zu antifaschistischer Theorie und Praxis einen Raum zur Vernetzung und Diskussion.
Wir verstehen das Wochenende als Mitmach-Veranstaltung, die durch das Engagement aller Beteiligten geprägt wird. So freuen wir uns neben tatkräftiger Unterstützung in der Umsetzung des Wochenendes vor allem über inhaltliche Beiträge, beispielsweise in Form von eigenen Workshops, denn das Antifa-Weekend soll den Wünschen und Bedürfnissen aller Beteiligten entsprechend zur Weiterentwicklung der antifaschistischen Bewegung beitragen.
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- Samstag, 11. November 2017 um 16.00 Uhr -
"Solange wir dichten und schreiben, geschieht uns nichts": Der Briefwechsel von Manuel Goldschmidt und Claus Victor Bock (1945 bis 1951) - Die Freundschaft zweier Exilanten
Veranstaltungsort:
Bildungszentrum Mer Ketne
Königstraße 3
32423 Minden
www.sintiroma-minden.de
Veranstalterin: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Minden ( Westfalen) e.V.
www.gcjz-minden.de
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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Samstag, 11. November 2017
Am 9. November 2017 wurde in der Jüdischen Kultusgemeinde Minden an das Novemberpogrom von 1938 erinnert, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Alte Synagoge Petershagen e.V. hielt eine Gedenkrede.
Am 9. November 2017 beendeten die Stadt Bad Salzuflen, sowie die Jüdische Gemeinde Herford-Detmold die Erinnerung an das Novemberpogrom von 1938 mit dem Vortrag "Zwischen Schuld und Verantwortung".
Am 6. November 2017 beschloss der Ausschuss für Kultur und Tourismus der Hansestadt Lemgo einmütig das Aufstellen einer Informationsstele, zu der Ehrung des Engagements von Hanne und Klaus Pohlmann.
Am 9. November 2017 erinnerten die "Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V.", sowie die Stadt Detmold - mit einem Konzert - "Irgendwo auf der Welt" -, an das Novemberpogrom 1938.
www.synagoge-petershagen.de
www.facebook.com/synagoge.petershagen
http://jkgminden.wixsite.com/startseite
www.gcjz-minden.de
www.jg-hf-dt.de
www.stolpersteine-lemgo.de
www.gfcjz-lippe.de
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Artikel-Einträge in der Datenbank:
Mindener Tageblatt, 11./12.11.2017:
Gegen das Vergessen
Lippische Landes-Zeitung, 11./12.11.2017:
"Ihr seid verantwortlich für die Zukunft"
Lippische Landes-Zeitung, 11./12.11.2017:
Stele erinnert an Ehepaar Pohlmann
Lippische Landes-Zeitung, 11./12.11.2017:
Erinnerungen an jüdische Komponisten
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Mindener Tageblatt, 11./12.11.2017:
Gegen das Vergessen
Gedenken an die Reichspogromnacht
Von Ilja Regier
Minden (mt). Zahlreiche Menschen haben sich überall am Donnerstag in Deutschland versammelt, um an die Opfer der Pogromnacht im November 1938 zu erinnern - auch in Minden. In der Synagoge kamen am Abend so viele Personen zusammen, dass nicht alle einen Sitzplatz fanden.
Schülerinnen und Schüler trugen diverse jüdische Schicksale von ehemaligen Mindener Bürgern vor. Die Nazis deportierten zum Beispiel Walter Simon, einen jüdischen Schlachter und Viehhändler, der wohl 1942 im KZ Auschwitz starb und erst 1945 für tot erklärt wurde.
Marianne Schmitz-Neuland, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Alten Synagoge Petershagen, hielt eine Gedenkrede. Sie kritisierte Chris Tall, einen Hamburger Comedian, der derzeit besonders populär bei Jugendlichen ist. Bei einem Auftritt in Köln hat dieser den Spruch "Lasst uns die Bude abfackeln - jetzt ist Chris-Tall-Nacht!" gebracht. Schmitz-Neuland deutete das als Provokation, da in diesem Zusammenhang bewusst auf die "Reichskristallnacht" verwiesen wurde.
"Das sorgt für Vergiftung und nicht dafür, dass sich ein Geschichtsbewusstsein entwickelt", sagte Schmitz-Neuland. Gleichzeitig freute sie sich über die Bildungsvereinbarung zwischen der AG Alte Synagoge Petershagen und dem Gymnasium Petershagen (das MT berichtete). "Wir wollen und dürfen nicht vergessen", lautete ihr Resümee. Ferner blickte sie auf die Pogrome in Petershagen zurück. "Es gab einen Befehl zur Verwüstung der Synagoge - die Pogrome folgten einem Plan."
Bildunterschrift: Schülerinnen und Schüler des Ratsgymnasiums stellten einzelne jüdische Schicksale vor.
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Lippische Landes-Zeitung, 11./12.11.2017:
"Ihr seid verantwortlich für die Zukunft"
Vortrag: Jan Christian Pinsch berichtet von seinen Gesprächen mit Überlebenden des Holocaust / Er macht den Zuhörern eindrücklich das Unfassbare bewusst
Bad Salzuflen (gw). Mit einem Vortrag zum Thema "Zwischen Schuld und Verantwortung" hat die Stadt Bad Salzuflen die Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht beendet, die sie gemeinsam mit der Jüdischen Kultusgemeinde Herford-Detmold organisiert hatte. Nach der Kranzniederlegung am Mahnmal "Alte Synagoge", an der zahlreiche Besucher teilnahmen, war auch das Gemeindehaus der Liebfrauengemeinde gut besucht, als LZ-Mitarbeiter Jan Christian Pinsch referierte.
Der Medienwissenschaftler und Theologe berichtete in seinem Vortrag von seinen Erfahrungen und Eindrücken, die er im Rahmen eines Journalistenwettbewerbs im Vernichtungslager Auschwitz erhalten hatte. Bedrückt erzählte Pinsch den bewegten Zuhörern von seinen Gesprächen mit Überlebenden des "größten Verbrechens der Menschheit". Der 29-Jährige betonte, dass es nicht um die Schuld der damaligen oder gar heutigen Generationen gehe, sondern um eine Verantwortung "für uns alle heute, dass sich Geschichte nicht wiederholt".
In diesem Zusammenhang wies Jan Christian Pinsch auf den neuen Fremdenhass hin, der in seinen Augen mit dem Aufstieg der AfD einhergehe und verdeutlichte dies an der "Denkmal der Schande"-Debatte um Björn Höcke. "Stigmatisierung und Generalverdacht einer Religion durch Rechtspopulisten sind kein Phänomen früherer Zeiten", erläuterte der Theologe.
Seinen Vortrag bebilderte Pinsch mit zahlreichen verstörenden Aufnahmen: Kofferberge der deportierten Juden, Kinder auf dem Weg zu den Gaskammern, Opfer der Zwillingsforscher des KZ-Arztes Josef Mengele. "Stumme Zeugen" nannte Pinsch die Aufnahmen von Schuhen, Spielzeugen und Wertgegenständen der Lagerinsassen.
Der Theologe hatte aber auch Gespräche mit Zeitzeugen gesucht, die seiner Ansicht nach besonders wichtig waren, denn er gehöre zur letzten Generation, die diese Gespräche führen könne. So erfuhren die Zuhörer auch von Jacez Zieliniewicz, einem derjenigen, die den Horror von Auschwitz überlebt hatten. Er hatte Pinsch und weitere Journalisten durch das Lager begleitet.
Zieliniewicz, der jeden Tag Kindern dabei zusehen musste, wie sie zur Gaskammer geführt wurden, habe seinen Hass gegenüber den Deutschen überwunden. "Ihr tragt zwar keine Schuld an der Vergangenheit, seid aber verantwortlich für die Zukunft", gab der Überlebende den deutschen Journalisten mit auf den Weg. Eine Aufforderung, der Pinsch an diesem Abend nachkam, indem er eindrücklich das Unfassbare bewusst machte. Die Zuhörer dankten Pinsch für seine Ausführungen mit lang anhaltendem Applaus.
Bildunterschrift: Engagierter Referent: Jan Christian Pinsch.
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Lippische Landes-Zeitung, 11./12.11.2017:
Stele erinnert an Ehepaar Pohlmann
Lemgo (mag). Die Idee eines Bürgers wird umgesetzt: Hanne und Klaus Pohlmann sollen mit einer Informations-Stele geehrt werden. Das Ehepaar hat sich intensiv um die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit Lemgos und Lippes bemüht.
Die Aufstellung der Stele hat der Ausschuss für Kultur und Tourismus in seiner vorigen Sitzung einstimmig beschlossen. Hanne Pohlmann war Lehrerin am Engelbert-Kaempfer-Gymnasium und bezog in ihre Arbeit auch Jugendliche mit ein. Besonders die jüdischen Familien in Lemgo standen im Mittelpunkt ihrer Nachforschungen. Im Rahmen ihrer Arbeit initiierte sie viele Kontakte zu Holocaust-Überlebenden, darunter auch Karla Raveh. Ihr Mann Klaus hat sie dabei unterstützt. Hanne Pohlmann starb 2011, ihr Mann folgte ihr vier Jahre später.
Die Stadt sucht nun nach einem geeigneten Ort für die Stele, sie könnte in der Nähe des Lippegartens aufgestellt werden, berichtet Ausschussvorsitzende Liesel Kochsiek-Jakobfeuerborn. Das sei ein guter Platz, findet sie: "Das ist öffentlicher Raum und nah an der Schule, an der Pohlmann gearbeitet hat."
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Lippische Landes-Zeitung, 11./12.11.2017:
Erinnerungen an jüdische Komponisten
Konzert: Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit veranstaltet zum Gedenken an die Pogromnacht 1938 einen Liederabend mit Monica Rey
Detmold (sad). Um zu überleben, sind zur Zeit des Dritten Reiches zahlreiche jüdische Kunstschaffende, Filmemacher, Schauspieler und auch Musiker vor der Nazi-Verfolgung geflohen. Mit ihnen verschwand auch besonderes Kulturgut, dessen selbstverschuldeter Verlust hierzulande noch heute zu spüren ist.
Am Donnerstagabend fand zum Gedenken an die Pogrome am 9. November 1938 und ihre Folgen ein Konzert unter dem Titel "Irgendwo auf der Welt - Jüdische Komponisten der 1920er und 1930er Jahre" im großen Sitzungssaals des Rathauses Detmold statt. Veranstalter waren die Stadt Detmold in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lippe. "Wie jüdisch oder deutsch das ist, ist egal", sagte Monika Rey, die an diesem Abend sang. Das Konzert war eine würdevolle Erinnerung an die Grauen der Vergangenheit und eine kulturelle Aufarbeitung dessen, was Deutschland verloren ging. Monica Rey intonierte, am Klavier von Eva Schüttler begleitet, bekannte Lieder von Friedrich Hollaender, Kurt Weil und Mischa Spoliansky. Sie alle mussten während des Dritten Reiches aus Europa fliehen, um zu überleben.
Zwischen den Stücken erzählten die Interpretinnen Geschichten und Anekdoten der Musiker. Reys dunkle und rauchige Stimme passte ideal zur Auswahl der Lieder und erweckte die 1920er- und 1930er-Jahre für einen Abend wieder zum Leben. Verführerisch und sanft, aber auch keck, hauchte sie die Zeilen des Comedian-Harmonists-Hits "Du bist nicht die Erste" von Walter Jurmann. Donnernd und mit Pathos schmetterte sie "Die Moritat von Mackie Messer" aus Brechts Dreigroschenoper, deren Musik aus Kurt Weils Feder stammte.
Eva Schüttler am Klavier schien jede Note zu leben. Ihr Spiel verlieh den Stücken große Dynamik. Das Publikum war begeistert und spendete langen Applaus. Die meisten der Lieder waren fast jedem der Anwesenden bekannt - was verdeutlichte, welchen ungeheuren Einfluss auf die deutsche Musik des frühen 20. Jahrhunderts sehr viele der geflohenen jüdischen Komponisten hatten.
Bildunterschrift: Mal sanft, mal keck, immer dynamisch: Sängerin Monica Rey und Pianistin Eva Schüttler erinnern im Rathaus an jüdische Komponisten.
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