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Nachrichten ,
08.12.2017 :
Tages-Chronologie von Freitag, 8. Dezember 2017
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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Freitag, 8. Dezember 2017
Am 7. Dezember 2017 berichtete der "Landschaftsverband Westfalen-Lippe" (LWL) über Ausgrabungen in dem Stammlager VI K (326), im Bereich - wo ab 1941 110 französische Kriegsgefangene interniert waren.
Am 2. Februar 1945 wurde der Widerstandskämpfer Carl Friedrich Goerdeler (Jurist, DNVP-Mitglied) - nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 -, an dessen Vorbereitung er beteiligt war, in Berlin-Plötzensee ermordet.
Am 14. Dezember 2017 referiert Dr. Jens Westemeier aus Aachen, in der "Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 - 1945", zum Thema: "Himmlers Krieger - Die Ikonisierung der Waffen-SS nach 1945".
Für den 9. Dezember 2017 ist eine Weihnachtsfeier der "Frauengruppe" in der "Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen" im "Kreisverband Herford", 15.00 Uhr, im "Stadthotel Pohlmann", in Herford beworben.
Am 23. November 2017 lehnte der - Verkehrsausschuss der Stadt Bünde - die Umbenennung der "Lettow-Vorbeck-Straße" ab, am 4. Dezember 2017 wurden Schilder der Bahnhofstraße beklebt: "Adolf-Hitler Str.".
Wohl in der Nacht auf den 26. November 2017 wurden an einer zu dem Zeitpunkt ungenutzten Unterkunft für Geflüchtete, in der Carl-Severing-Straße in der Stadt Bünde, insgesamt neun Fensterscheiben zerstört.
www.stalag326.de
www.wewelsburg.de
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Artikel-Einträge in der Datenbank:
Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 08.12.2017:
Bierflasche aus Frankreich entdeckt
Westfalen-Blatt, 08.12.2017:
Ausgrabungen auf Stalag-Gelände
Westfalen-Blatt / Westfälisches Volksblatt, 08.12.2017:
Goerdeler-Enkel hält Vortrag im Gymnasium
Kreis Paderborn, 08.12.2017:
Pressemitteilung / Himmlers Krieger
Westfalen-Blatt / Herforder Kreisblatt, 08.12.2017:
Weihnachtsfeier bei Pohlmann
Neue Westfälische - Bünder Tageblatt, 08.12.2017:
Leserbrief / Hallo? Geht`s noch?
Westfalen-Blatt / Bünder Zeitung, 08.12.2017:
Staatsschutz gibt Ermittlung ab
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Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 08.12.2017:
Bierflasche aus Frankreich entdeckt
LWL-Archäologen forschen erstmals im Stalag 326
Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Wegen Bauarbeiten haben Archäologen in Schloß Holte-Stukenbrock zum ersten Mal das ehemalige Kriegsgefangenenlager Stalag 326 aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht.
Dabei stießen sie auf Funde, die von der bewegten Geschichte des Ortes zeugen, wie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) mitteilt. Als die Ausgräber den Oberboden vorsichtig abgetragen hatten, fanden sie zwei zunächst unscheinbar aussehende Objekte: eine Bierflasche und einen Teelöffel. An Hand der Aufschrift auf der Glasflasche ließ sich der ursprüngliche Inhalt eindeutig identifizieren: Es handelte sich um das in Frankreich damals sehr beliebte Bier der Marke "La Meuse".
"Die Bierflasche zeugt von der ungleichen Behandlung der Kriegsgefangenen und zeigt, dass die im Nationalsozialismus vorherrschende Rassenideologie auch im Kriegsgefangenenlager fortgeführt wurde", erklärt LWL-Archäologe Dr. Sven Spiong. Die archäologische Untersuchung liegt genau in dem Bereich, wo 110 französische Kriegsgefangene ab 1941 untergebracht waren.
In einem speziell eingerichteten Lager gab es einen Theatersaal, eine Kapelle, eine Bücherei und eine eigene Krankenbaracke mit französischen Ärzten. "An Hand der archäologischen Funde zeigt sich jetzt, dass sich die französischen Kriegsgefangenen sogar heimisches Bier beschaffen konnten", so Spiong, Leiter der Außenstelle Bielefeld der LWL-Archäologie für Westfalen.
Ganz anders erging es den überwiegend russischen Kriegsgefangenen, die zur selben Zeit im Lager lebten: Sie fristeten ihr Dasein unter menschenunwürdigen Bedingungen. Unter dem Oberkommando der Wehrmacht starb ein Großteil von ihnen an Hunger und Erschöpfung. Die Zahl der Opfer wird auf bis zu 65.000 geschätzt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zog das Evangelische Johanneswerk in das ehemalige Kriegsgefangenenlager ein. Bis 1970 beherbergte es Flüchtlinge und Vertriebene. "Der Fund eines Löffels mit der Aufschrift "Johanneswerk" zeigt, dass die Flüchtlinge dort, nachdem sie alles verloren hatten, mit dem Nötigsten versorgt wurden", erklärt Spiong. "Der Löffel steht quasi für die enorme Herausforderung bei der Integration der Flüchtlinge aus dem Osten im anfangs so schwachen Nachkriegsdeutschland", sagt er.
Heute befindet sich im ehemaligen Lager die Dokumentationsstätte. Für Grabungsleiter Eberhardt Kettlitz steht fest: "Wo auch immer im ehemaligen Kriegsgefangenenlager heute der Spaten oder die Baggerschaufel in den Boden eingreift, sind Funde zu erwarten, die vom Alltag und Leid der Vergangenheit zeugen." Daher sind im Zuge weiterer Baumaßnahmen archäologische Untersuchungen geplant.
Erstes Bodendenkmal der Stadt
Auf Antrag der LWL-Archäologie für Westfalen ist das Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag 326 (VI K) als Bodendenkmal in die Denkmalliste der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock eingetragen worden. Es ist das erste Bodendenkmal im Stadtgebiet.
Die anderen 51 eingetragenen Denkmäler sind Baudenkmäler, darunter bereits Teile des ehemaligen Stalag, wie die Lagerstraße, das Entlausungshaus, das Arrestgebäude und die evangelische Kirche. Als Baudenkmal ist ebenfalls 1988 der Sowjetische Ehrenfriedhof eingetragen worden.
Als Bodendenkmal gilt jetzt das Gelände, das von der Polizei NRW als Ausbildungsstätte genutzt wird. Ein kleines Stück westlich und südlich des Areals stehen ebenfalls unter Denkmalschutz. Das Gelände gehört dem Land NRW. Der Eintrag in die Denkmalliste bedeutet, dass bei allen Veränderungen auf dem Gelände die Denkmalschützer mitzureden haben.
Bildunterschrift: Immer wieder werden interessante Funde auf dem Gelände des ehemaligen Stalag 326 gemacht. Im April 2011 zeigt hier Oliver Nickel von der Dokumentationsstätte Stalag mehrere hundert Paar Schuhe.
Bildunterschrift: Der gefundene Teelöffel trägt die Aufschrift Johanneswerk.
Bildunterschrift: Gefunden: Eine Bierflasche aus Frankreich.
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Westfalen-Blatt, 08.12.2017:
Ausgrabungen auf Stalag-Gelände
Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe haben bei Ausgrabungen auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag 326 eine Bierflasche der vor mehr als 80 Jahren beliebten, französischen Marke "La Meuse" gefunden. Historiker ziehen daraus den Schluss, dass französische Kriegsgefangene während der Nazi-Diktatur bevorzugt behandelt wurden und sich sogar Bier beschaffen konnten, während russische unter menschenunwürdigen Bedingungen ihr Dasein fristeten.
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Westfalen-Blatt / Westfälisches Volksblatt, 08.12.2017:
Goerdeler-Enkel hält Vortrag im Gymnasium
Paderborn (WV). Das Paderborner Goerdeler-Gymnasium bietet anlässlich seines 50-jährigen Schuljubiläums einen Gesprächsabend mit Frieder Meyer-Krahmer an, einem Enkel des Widerstandskämpfers und Namensgebers der Schule. Beginn ist am Mittwoch, 13. Dezember, um 19.30 Uhr in der Mensa Gymnasiums an der (Goerdelerstraße 35).
Meyer-Krahmer, 1949 als Sohn der Goerdeler-Tochter Marianne (1919 bis 2011) geboren, wohnt in Berlin und ist ehemaliger Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie ehemaliger Leiter des Fraunhofer-Instituts. Sein Großvater Carl Friedrich Goerdeler war einer der führenden Köpfe im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Er hätte nach dem Hitler-Attentat am 20. Juli 1944 Reichskanzler werden sollen. Nach dessen Scheitern wurde er verhaftet und hingerichtet.
Auf Einladung der Fachschaft Geschichte wird Frieder Meyer-Krahmer den Unterricht der Oberstufe besuchen und zusätzlich in einer öffentlichen Abendveranstaltung sprechen. Er wird aus der Perspektive des Enkels über die Widerstandstätigkeit seines Großvaters sprechen und davon erzählen, wie sich dessen Handeln auf das Leben der Familie ausgewirkt hat. Der Eintritt ist frei.
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Kreis Paderborn, 08.12.2017:
Pressemitteilung / Himmlers Krieger
Himmlers Krieger - Die Ikonisierung der Waffen-SS nach 1945 - Dr. Jens Westemeier referiert am Donnerstag, 14. Dezember um 19 Uhr im Filmraum der Wewelsburg
Kreis Paderborn (krpb). Kurz vor dem Überfall auf die Sowjetunion versammelte Heinrich Himmler im Juni 1941 seine höchsten SS-Führer auf der Wewelsburg. Er verkündigte die "Verminderung" der "slawischen" Bevölkerung um 30 Millionen Menschen, die russische Bevölkerung wolle man systematisch verhungern lassen. Unter den Zuhörern war auch sein Adjutant Joachim Peiper. 1946 von einem US-Militärgericht wegen Kriegsverbrechen zum Tod verurteilt, machte sich bald eine von den alten Eliten getragene Kriegsverbrecherlobby für dessen Begnadigung stark und stilisierte ihn mit "Fake News" zum "Opfer der Siegerjustiz". Über seinen geheimnisumwitterten Tod hinaus blieb er bis heute eine Ikone aller Apologeten der Waffen-SS. Was genau geschah, skizziert Dr. Jens Westemeier am Donnerstag, 14. Dezember um 19 Uhr im Filmraum der Wewelsburg. Der Zugang erfolgt durch die Erinnerungs- und Gedenkstätte. Der Eintritt ist frei. Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit, Fragen an den Referenten zu richten.
Westemeier ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrbeauftragter an der Universitätsklinik RWTH Aachen, Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin.
Bildunterschrift: Dr. Jens Westemeier.
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Westfalen-Blatt / Herforder Kreisblatt, 08.12.2017:
Weihnachtsfeier bei Pohlmann
Herford (HK). Die Mitglieder der Ost- und Westpreußischen Frauengruppe treffen sich an diesem Samstag, 9. Dezember, zur Weihnachtsfeier. Sie findet im Stadthotel Pohlmann statt. Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr.
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Neue Westfälische - Bünder Tageblatt, 08.12.2017:
Leserbrief / Hallo? Geht`s noch?
Zur Diskussion um die Lettow-Vorbeck-Straße und die kurzfristige "Umbenennung" der Bahnhofstraße in Adolf-Hitler-Straße schreibt dieser Leser:
Herzlichen Glückwunsch. Was für eine tolle Satire auf die Debatte um die Umbenennung der Lettow-Vorbeck-Straße. Ganz herzlichen Glückwunsch den Bünder Aktivisten. Besser hätten es auch Böhmermann oder das Zentrum für politische Schönheit nicht machen können.
Wie aber reagiert die Bünder Stadtverwaltung? Sie schaltet die Polizei und die noch den Staatsschutz dazu ein. Oliver Welkes Kommentar in der Wochenschau dazu wäre: Hallo? Geht`s noch?
Die Rückbenennung in Adolf-Hitler-Straße mit dem entsprechenden Erklärschild ist alles andere als eine Straftat - sondern eine sehr gut gelungene Satire auf die unglaublichen Ausführungen des FDP-Vertreters im Verkehrsausschuss. Er lehnt die Umbenennung von Straßen ab, die Namen "von Menschen tragen, die Schlimmes getan haben" (NW vom 25. November). Ebenso auf die Ausführungen der UWG, die hier beeindruckende Geschichtskenntnisse zeigt: "Alle politischen Führer der vergangenen 1.000 bis 2.000 Jahre haben Kriege geführt und Menschen umgebracht."
Diese Äußerungen sind dermaßen unqualifiziert, dass man darauf nur noch mit Satire antworten kann. Drei Fragen habe ich noch:
1. Was hat der anti-demokratische, deutschnationale Militarist und Rassist Lettow-Vorbeck mit Bünde zu tun?
2. Kennt die CDU wirklich keine ehrungswürdigen Demokraten, an die zu erinnern sich lohnen würde?
3. Muss Bünde tatsächlich die letzte Stadt sein, die sich von diesem Verbrecher gegen die Menschlichkeit distanziert?
Dieter Hahn
Bünde
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Westfalen-Blatt / Bünder Zeitung, 08.12.2017:
Staatsschutz gibt Ermittlung ab
Im Fall der neun zerstörten Fenster an einer derzeit ungenutzten Flüchtlingsunterkunft an der Carl-Severing-Straße hat der Bielefelder Staatsschutz keinen fremdenfeindlichen Tathintergrund feststellen können. Daher übernimmt die Kreispolizei Herford die Ermittlungen. Die Sachbeschädigungen hatten sich in der Nacht auf den 26. November ereignet. Auch ein Bushäuschen in der Nähe war beschädigt worden. Schaden: 4.000 Euro. Hinweise nimmt die Polizei unter Telefon 05221 / 8880 entgegen.
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