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1 Veranstaltung - Nachrichten , 04.12.2017 :

Tages-Chronologie von Montag, 4. Dezember 2017

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Veranstaltungskalender:



- Montag, 4. Dezember 2017 um 19.30 Uhr -


Präsentation der Publikation zum Haus Münsterberg


Veranstaltungsort:

Haus Münsterberg
Hornsche Straße 38
32756 Detmold

www.literaturbuero-owl.de
www.gfcjz-lippe.de


"Das Haus ist natürlich nur noch wie eine leere Hülle im Vergleich zu damals, als Oscar darin wohnte. Doch die antiken Einbauten, die immer noch da sind, sind wunderschön! Heute bewundere ich mehr denn je Oscars unbeirrbaren Geschmack und sein sicheres Urteil im Alter von nur 21 bis 25 Jahren - und das noch zu einer Zeit, als es keineswegs Mode war, Antiquitäten oder Kunst zu kaufen."
(Helen Münsterberg, Witwe von Oscar Münsterberg)

Das Gebäude wurde 1840 für den Ratsherren und Lackierer Johann Spieß erbaut. Als Planer wird der Baubeamte Ferdinand Ludwig Merckel vermutet. 1862 verkaufte Spieß das Haus an den Architekten Barkhausen, 1886 schließlich erwarb es der Kunstsammler und Kaufmann Oskar Münsterberg (1865 bis 1920) aus Danzig, der zu jener Zeit als Gesellschafter bei der benachbarten Druckerei Klingenberg einstieg. In der Zeit von 1888 bis 1890 stattete Münsterberg das Gebäude mit Kunstwerken aus, die er aus aller Welt mitgebracht hatte. Auch nach seinem Ausscheiden bei der Firma Klingenberg blieb das Haus in seinem Besitz, seine Erben vermieteten es um 1917 an das Lippische Landeskonservatorium.

Auf Grund ihrer jüdischen Herkunft wurden die Münsterbergs im Jahr 1942 enteignet, das Gebäude diente fortan als Sitz des Roten Kreuzes. 1981 übernahm die Stadt Detmold das Haus Münsterberg, bei der Verbreiterung der Hornschen Straße Mitte der 1980er Jahre drohte der Abriss. Nach Bürgerprotesten entschloss man sich dann aber, das gesamte Gebäude 1986 in einer spektakulären Aktion um sieben Meter von der Straße weg zu verschieben. Nach einer gründlichen Sanierung ist das Haus seit 1996 Sitz des Literaturbüros Ostwestfalen-Lippe in Detmold sowie der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe.

Das Haus Münsterberg blickt also auf eine wechselhafte, wahrlich bewegte Geschichte zurück. Es war Wohnhaus, Leerstands-Gebäude, Fürstliches Konservatorium für Musik, Rot-Kreuz-Haus, Abrisskandidat und Zankapfel sowie Verschiebungsobjekt. Auch seine Architektur ist außergewöhnlich:

Hinter der streng gegliederten, klassizistischen Fassade verbirgt sich ein überraschend opulentes Kunstwerk. Oscar Münsterberg (1865 bis 1920), Kaufmann und Kunstsammler, hat in seinem Wohnhaus um 1890 historische Bauteile und Möbel verschiedener Jahrhunderte und Stile meisterhaft integriert und handwerklich ergänzt.

Im Rahmen der Reihe "Lippische Kulturlandschaften" erscheint nun eine Publikation, die die Geschichte des Hauses, seinen Namensgeber Oscar Münsterberg sowie die Architektur und das Interieur der Hornschen Straße 38 darstellt.


Vorstellung der Publikation:

- Marlen Dettmer, Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V.
- Barbara Klaus, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V.

Anschließend: Lesung mit Grit Asperger: Erinnerungen an Oscar Münsterberg


Eine Veranstaltung des Literaturbüros Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V. in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V. und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Montag, 4. Dezember 2017


Am 3. Dezember 2017 veranstaltete die Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld K.d.ö.R. den "Tag der offenen Synagoge Beit Tikwa", mit der Gelegenheit, das Gotteshaus, sowie Praxis und Tradition kennen zu lernen.

Am 21. September 2008 - genau 103 Jahre sowie einen Tag nach Einweihung der ersten Synagoge an der Turnerstraße -, wurde die neue Synagoge "Beit Tikwa" der Jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld eingeweiht.

Am 4. November 1944 wurde die Jüdin Franziska Spiegel (6. Mai 1905) von SS-Männern im Hücker­holz in der Nähe von Spenge hingerichtet (Halsschuss), auf ihren Rücken war der Zettel "Sie war Jüdin" geheftet.

Am 4. Dezember 2017 wurde das - "Gedenkbuch für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Detmold" - der Historikerin Gudrun Mitschke-Buchholz aus Detmold, als digitale Fassung freigeschaltet.

Am 20. November 2017 referierte Dr. Christian Fuhrmeister, in Rheda-Wiedenbrück, über: "Hans Schmitz-Wiedenbrück und die Kunst im Nationalsozialismus" - über dessen künstlerisches Schaffen in der NS-Zeit.

Vom 6. September bis 19. Oktober 2017 erinnerte die Universität Paderborn unter dem Titel "Jenny Aloni. Deutschland - Palästina - Israel", mit einer Ausstellung an das Leben der jüdischen Dichterin Jenny Aloni.

Am 24. Mai 2017 erschien (Aisthesis Verlag Bielefeld) das Buch "Um zu erleben, was Geschichte ist, muss man Jude sein" / "Jenny Aloni - eine deutsch-jüdische Schriftstellerin", zum 100. Geburtstag der Dichterin.

In der vierten Novemberwoche 2017 legte Klaus Reimler - bei der Versammlung der: "Ortsgruppe Hartum, Hahlen, Nordhemmern und Holzhausen II" beim "Bund der Vertriebenen", "BdV" - den 1. Vorstand nieder.

Am 2. Dezember 2017 veranstaltete die "Ortsgruppe Herford" der revanchistischen "Landsmannschaft der Oberschlesier e.V." im "Hotel Pfennigskrug" in Herford die traditionelle "Barbarafeier" der "Oberschlesier".

Am 2. Dezember 2017 wurden in Espelkamp Hakenkreuze auf eine Hauswand der historischen Gaststätte "Sudetenland" (heute: "Santorini"), einem davor stehenden Auto, einem Zigaretten-Automaten gesprüht.

Seit dem 9. April 2013 ist Andreas Zick neuer Direktor des 1996 gegründeten "Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung" ("IKG"), eine wissenschaftliche Bildungsanstalt an der Universität Bielefeld.

Im Jahr 2017 gewährten Gemeinden innerhalb der Lippischen Landeskirche, im Kreis Lippe, bislang sechs Kirchenasyle, vier sind gerade mit einem Aufenthaltsstatus für die geflüchteten Menschen abgeschlossen.


www.juedische-gemeinde-bielefeld.de

www.hücker-aschen.de/html/franziska_spiegel.htm

www.gedenkbuch-detmold.de

www.gfcjz-lippe.de

www.aisthesis.de

www.uni-bielefeld.de/ikg

www.fluechtlingshilfe-lippe.de

www.lippische-landeskirche.de

www.wachbleiben.info

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Artikel-Einträge in der Datenbank:


Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt, 04.12.2017:
Religion im Jahr 5778

Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 04.12.2017:
Norbert Sahrhage: Der Mordfall Franziska Spiegel

Neue Westfälische - Gütersloher Zeitung, 04.12.2017:
Briefe an die Redaktion / Verspätete Auseinandersetzung

Westfalen-Blatt / Westfälisches Volksblatt, 04.12.2017:
Stadt erinnert an Jenny Aloni

Neue Westfälische - Zeitung für das Lübbecker Land, 04.12.2017:
"Ich habe es sehr gerne gemacht"

Westfalen-Blatt / Herforder Kreisblatt, 04.12.2017:
Der Gruß der Bergleute

Polizei Minden-Lübbecke, 04.12.2017:
Hakenkreuze an Hauswand, Auto und Zigarettenautomaten gesprüht

Neue Westfälische, 04.12.2017:
Die führenden Extremismus-Forscher

Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt, 04.12.2017:
"Kirchenasyl wird an Gewicht gewinnen"

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Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt, 04.12.2017:

Religion im Jahr 5778

Tag der offenen Tür: Die Jüdische Kultusgemeinde "Beit Tikwa" an der Detmolder Straße zeigte ihr Gotteshaus und erklärte ihre Praxis und Tradition

Von Ansgar Mönter

Bielefeld. Seit 2008 steht in Bielefeld wieder eine repräsentative Synagoge - 70 Jahre nach dem von den Nazis abgebrannten alten jüdischen Gotteshaus an der Turnerstraße. "Beit Tikwa" heißt die Jüdische Kultusgemeinde, die sie mit Leben füllt. Jetzt lud sie ein zum Tag der offenen Tür.

320 Mitglieder zählt die Gemeinde, Tendenz leicht steigend, wie Kantor Paul Yuval Adam berichtet. Die Synagoge, ehemals evangelisch Paul-Gerhardt-Kirche, ist wichtige für das jüdische Leben in Bielefeld, weil dort "die Kultur und das Leben" dieser Religion weitergetragen werde, wie Elena Egorov erklärt. Sie führte die Besucher durch das Gotteshaus und erläuterte das Leben und die Gebräuche darin.

Durch die Morde der Nazis an den Juden gab es über Jahrzehnte nur ganz wenig jüdisches Leben in der Stadt, kaum sichtbar. Das hat sich durch die Synagoge geändert. Die Gemeinde war in den Jahren davor gewachsen durch den Zuzug von Juden vor allem aus den Nachfolgeländern der Sowjetunion. Noch heute bilden die Osteuropäer die stärkste Gruppe in der Synagoge. Zur Zeit kommen laut Adam vor allem Juden aus der Ukraine.

Nächstes Großereignis in der Synagoge ist Mitte Dezember "Chanukka", ein acht Tage dauerndes, jährlich begangenes Fest. Gefeiert wird es nicht, wie etwa das christliche Weihnachten, an einem festen Datum, sondern je nach Mond des jüdischen Kalenders. "Wobei wir nicht nur nach dem Mond gehen", erklärt Kantor Adam. Weil die Juden in aller Welt verstreut leben, wählte man einen praktischen Ansatz und zog weitere Elemente in den Festkalender ein, zum Beispiel Schaltjahre mit 13 Monaten. So wird verhindert, dass Feiern wie das Lichterfest "im gleißenden Sommer stattfinden", wie Adam sagt. Anders ist auch die Zeitrechnung der Juden. Im religiösen Leben zählen nicht Christi Geburt und der gregorianische Kalender als Orientierung, sondern der jüdische Kalender. Nach dem befinden sich die Gläubigen im Jahr 5778.

Religiös betreut wird die Bielefelder Gemeinde immer noch von dem Rabbiner Henry Brandt, der vor wenigen Wochen seinen 90. Geburtstag feierte. Der in Augsburg lebende Geistliche kommt einmal im Monat nach Bielefeld. Allerdings hat er eine andere Rolle als etwa Pfarrer in christlichen Kirchen. Rabbiner ist nicht sein Beruf, sondern seine Berufung. In dieser Funktion ist er Ratgeber, Lebensberater und religiöse Leitfigur für die Mitglieder. Gottesdienste aber können "theoretisch alle Mitglieder halten", erklärt Paul Yuval Adam. Und so geschieht es auch.

Bildunterschrift: Schlicht und schön: Barbara und Burkhard Hansmann betrachten das Innere der Synagoge an der Detmolder Straße von der Empore aus. Das Gebäude war bis vor etwa zehn Jahren eine evangelische Kirche.

Bildunterschrift: Heiligtum: Besucher Friedhelm Hoffmann bekommt von Ilja Egorov eine kleine Tora-Rolle gezeigt.

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Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 04.12.2017:

Norbert Sahrhage: Der Mordfall Franziska Spiegel

Die Lesung im Kulturforum macht betroffen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Bevor Norbert Sahrhage sein Manuskript nimmt und vorliest, informiert er seine Zuhörer im Kulturforum am Altenkamp an Hand einiger Bild- und Texttafeln über den geschichtlichen Hintergrund. Welche Ereignisse liegen dem Roman zugrunde, wo spielt sich die Handlung ab, in welche Zeit führt die Geschichte zurück.

Der "Krimi" basiert auf Tatsachen. Franziska Spiegel wurde am 4. November 1944 in der Nähe des Hücker Moores (Kreis Herford) von zwei Angehörigen der Leibstandarte Adolf Hitler ermordet. Franziska Spiegel ist Jüdin, verheiratet mit Gottfried Spiegel, einem "arischen" Deutschen. Somit lebt sie nach den nationalsozialistischen Rassegesetzen in einer privilegierten Mischehe. Die Fotos zeigen das Haus, wo Franziska und Gottfried Spiegel mit ihrem Sohn Rolf lebten, zeigen den letzten Weg, den Franziska von ihren Mördern getrieben und dann erschossen wird.

Ein letztes Dokument: die retuschierte Meldekarte der Ermordeten. Der Pfarrer in Bünde lehnt es ab, dass Franziska Spiegel auf dem Hunnebrocker Friedhof beerdigt wird. Sie wird nachts in aller Heimlichkeit auf dem Flurstück "Im Paradies" beerdigt. An ernsthaften Ermittlungen ist man 1944 nicht interessiert. In der Akte im Landesarchiv Detmold findet Sahrhage widersprüchliche Hinweise. Das Verfahren wird 1948 / 49 eingestellt, die Täter konnten nicht ermittelt werden, so die Aktennotiz. Doch in der Akte finden sich einige Hinweise, man hätte Spuren zu den Tätern finden können.

Nach dieser Einleitung beginnt die Lesung, Sahrhage liest den ersten Teil des Buches, der die Ereignisse vom 3. bis 8. November 1944 umfasst. Sein Schreibstil ist knapp und sachlich, gleichwohl nimmt die Geschichte die Zuhörer sogleich in ihren Bann. Diese Betroffenheit mag von der räumlichen Nähe hier in Ostwestfalen herrühren, und sie wird durch das Bewusstsein verstärkt, dass das Verhalten des Ortsgruppenleiters, der Franziska Spiegel an die SS verrät und später von nichts gewusst haben will, so symptomatisch für viele in der Nachkriegszeit steht.

Nach der Lesung kommt es zu einem lebhaften Gespräch. Zur Sprache kommt unter anderem, dass der Sohn Rolf nach Australien ausgewandert ist, er konnte es nicht ertragen, in einem Land zu leben, in dem die Mörder seiner Mutter unbehelligt blieben. 1991 wird ein Gedenkstein mit Inschrift errichtet und der letzte Weg der Franziska Spiegel erhält ihren Namen.

"Und wer die im zweiten Teil beschriebenen Mordermittlungen durch den Kriminalinspektor Zöllner nachverfolgen möchte, der kann es selber lesen", sagt Norbert Sahrhage und dann signiert der Krimiautor am Büchertisch die gekauften Exemplare.

Eingeladen zu der Veranstaltung hatte der Kulturkreis Schloß Holte-Stukenbrock.

Bildunterschrift: Norbert Sahrhage aus Spenge hat im Kulturforum seinen vierten Kriminalroman vorgestellt, in dem er eindringlich und mit historischer Genauigkeit den Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in der Nachkriegszeit beschreibt.

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Neue Westfälische - Gütersloher Zeitung, 04.12.2017:

Briefe an die Redaktion / Verspätete Auseinandersetzung

Betrifft: "Kritische Auseinandersetzung wichtig - Die Werke von Hans Schmitz-Wiedenbrück lösen eine kontroverse Diskussion zur Kunst im Nationalsozialismus aus", NW vom 27. November.

Die Gegenwart zeigt, dass die Vergangenheit noch an vielen Stellen - auch in unserer Stadt - aufgearbeitet werden muss. Insofern ist die Initiative von Paul Jesse, sich die Bilder und das Wirken von Hans Schmitz genauer anzusehen und kritische Fragen zu seiner Nähe zum Nazi-System zu stellen, grundsätzlich zu begrüßen. Allerdings finde ich es nicht richtig wenn er sagt: "Solche Bilder gehören nicht in einen öffentlichen Raum. Diese unsäglichen Bilder müssen weg." Die Kunst zwischen 1933 und 1945 ist ein sensibles Thema und die Auseinandersetzung über den Umgang mit Nazi-Kunst ist immer kontrovers.

Aber soll Schmitz deshalb in einer Abstellkammer verschwinden? Es mag viele Gründe dafür geben, Nazi-Bilder abzunehmen. Für manche ist es überhaupt keine Kunst. Vielleicht will der ein oder andere nicht an Verantwortlichkeiten erinnert werden und sicherlich ist auch der Respekt vor den Opfern ein Argument.

Aber kann man zwölf Jahre deutsche Geschichte ausradieren? Hat die Bildkunst 1933 aufgehört? Natürlich reicht es nicht, dass die Bilder im historischen Rathaus "nur so hängen" und wir sagen: Das war die Zeit. Auch deshalb ist die verspätete Auseinandersetzung vor Ort richtig und wichtig. Nazi-Kunst war oft Volksverführung. Während ( ... ) Millionen Menschen in Konzentrationslagern ermordet wurden, entstanden Werke, die die Blut- und Boden- Mentalität der Braunhemden darstellte oder gesellschaftliche Realitäten ausblendete und beschönigte. ( ... )

Das alles darf nie wieder passieren. Deshalb müssen die perfiden kulturellen Abwege des NS-Systems aufgezeigt werden. Dabei muss es darum gehen, Problembewusstsein zu schaffen und kritische Aufklärung zu fördern. Es geht nicht darum, Nazi-Kunst salonfähig zu machen. Es geht nicht nur um Erinnern. Es geht vor allem darum, zu verstehen und dann zu urteilen. Keine Flucht vor der eigenen Geschichte. Das ist der Weg, zu dem auch eine differenzierte Auseinandersetzung mit den damaligen Künstlern vor Ort gehört.

Die Veranstaltung "Hans Schmitz-Wiedenbrück und die Kunst im Nationalsozialismus" war ein erster Aufschlag und hat sicher dazu beigetragen, hieran weiter zu arbeiten. ( ... )

Herman Heller-Jordan
33378 Rheda-Wiedenbrück

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Westfalen-Blatt / Westfälisches Volksblatt, 04.12.2017:

Stadt erinnert an Jenny Aloni

Paderborn (WV). Mit der Ausstellung "Jenny Aloni. Deutschland - Palästina - Israel" hat die Universität Paderborn in den vergangenen Monaten anlässlich des 100. Geburtstages an die in Paderborn geborene jüdische Schriftstellerin (1917 - 1993) erinnert. Die vom Archiv der Universität konzipierte Ausstellung war im September und Oktober in der Universitätsbibliothek zu sehen und stieß auf reges und anhaltendes Interesse. Deshalb ist sie nun verlängert worden und von heute an für weitere acht Wochen bis zum 25. Januar im Einwohneramt der Stadt Paderborn am Marienplatz 2 zu sehen. Die Ausstellung über das Leben der Autorin kann während der normalen Öffnungszeiten besucht werden.

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Neue Westfälische - Zeitung für das Lübbecker Land, 04.12.2017:

"Ich habe es sehr gerne gemacht"

In Hartum: Klaus Reimler legt nach mehr als 40 Jahren Vorsitz des Bundes der Vertriebenen nieder / Mitgliederschwund setzt sich fort / Werner Arnold übernimmt Nachfolge

Espelkamp / Hartum (mig). Nach 42 Jahren hat Klaus Reimler sein Amt als erster Vorsitzender des Bundes der Vertriebenen, Ortsgruppe Hartum, Hahlen, Nordhemmern und Holzhausen II abgegeben. "Ich habe es sehr gerne gemacht, es war mir eine wichtige Aufgabe", sagte der 82-Jährige bei der Versammlung des Vereins im Hartumer Dorfkrug. 42 Jahre hat Klaus Reimler die Geschicke des Vereins geleitet - jetzt hat er diese Aufgabe an Werner Arnold weitergegeben. Weitere Posten gingen an Lisa Krudup (stellvertretende Vorsitzende), Margret Riechmann (Schriftführerin) und noch einmal an Werner Arnold (Kassenwart). Als zweiter stellvertretender Vorsitzender will Klaus Reimler den Vorstand weiterhin unterstützen. In seinem Jahresbericht hatte der scheidende Vorsitzende die sich verändernde Rolle der Vertriebenen angesprochen. Seit Gründung der Ortsgruppe habe sich viel veränderte, gab Reimler zu verstehen. Die Zahl der Mitglieder sei von etwa 70 auf heute unter 30 geschrumpft.

Bildunterschrift: Versammlung mit Musik: In Hartum gab Klaus Reimler das Amt des Vorsitzenden der Vertriebenen ab.

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Westfalen-Blatt / Herforder Kreisblatt, 04.12.2017:

Der Gruß der Bergleute

Barbarafeier der Oberschlesier im Pfennigskrug

Herford (HK/us). Festlich geschmückte Tische. Darauf kleine Zinkloren, wie sie Bergleute unter Tage beladen haben, mit buntem Weihnachtsschmuck dekoriert. Die damit einhergehende Barbarafeier, in Erinnerung an die Schutzpatronin der Bergleute, sei jedes Jahr Höhepunkt der Vereins-Aktivitäten, sagte der Vorsitzende der Landsmannschaft der Oberschlesier, Ortsgruppe Herford, Christof Cziumplik. Doch bevor Martin Cieslik sowie Christian Kalus und Hans-Jürgen Tarara, als Bergleute festlich gekleidet, in den Pfennigskrug-Festsaal einzogen, wurde gemeinsam das Bergmannslied "Glück auf!" gesungen.

Als besonderer Gast war bei der diesjährigen Versammlung der Vorsitzende des Deutschen Freundeskreises aus der oberschlesischen Stadt Rosenberg, Christoph Baron, nach Herford gekommen. Er würdigte in seinem Grußwort die Pflege der deutschen Tradition in Oberschlesien. Dann folgte die Ehrung langjähriger Mitglieder. Das waren für 50 Jahre Landmannschafts-Treue der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Oberschlesier und gleichzeitig Mitglied der Kreisgruppe Herford, Klaus Plaszczek, und Ehefrau Renate Plaszczek sowie für 30-jährige Kreisgruppen-Mitgliedschaft, Maria Cziumplik.

Bildunterschrift: Die Bergleute sowie die Jubilare zum Erinnerungsfoto vereint: (von links) Martin Cieslik, Maria Cziumplik, Kreisgruppenvorsitzender Christof Cziumplik, Klaus Plaszczek sowie Christian Kalus, Renate Plaszczek und Hans-Jürgen Tarara.

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Polizei Minden-Lübbecke, 04.12.2017:

Hakenkreuze an Hauswand, Auto und Zigarettenautomaten gesprüht

04.12.2017 - 14.43 Uhr

Espelkamp (ots). Unbelehrbare haben am Samstagabend Hakenkreuze an eine Hauswand der Gaststätte "Sudetenland", auf einem auf dem Parkplatz davor abgestellten Auto und auf einen Zigarettenautomaten gesprüht.

Die Besitzerin des Pkw entdeckte beim Verlassen des Restaurants an der Kantstraße gegen 21.40 Uhr die Schmierereien auf der Motorhaube und der Fahrertür ihres Skodas. Daraufhin verständigte sie umgehend die Polizei. Abgestellt hatte sie ihren Wagen gegen 18.30 Uhr.

In gleicher Farbe fanden sich zudem an dem Automaten und einer abseits liegenden Hauswand der Gaststätte gleiche Symbole. Hinweise auf den oder die Täter gab es am Abend nicht. Die Polizisten der Espelkamper Wache fertigten Anzeigen wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie Sachbeschädigung. Zudem wurde die Staatsschutzdienststelle in Bielefeld informiert. Die Ermittler bitten um Zeugenhinweise unter (0571) 88660.

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Neue Westfälische, 04.12.2017:

Die führenden Extremismus-Forscher

Zwei Jahrzehnte: Das Bielefelder Institut für Konflikt- und Gewaltforschung besteht seit 20 Jahren / Wissenschaftler sehen Probleme auch als potenzielle Katalysatoren für die Veränderung von Gesellschaften

Von Ivonne Michel

Bielefeld. Extremismus, Konflikte und Gewalt sind in den Medien allgegenwärtig. Intolerante, teils gewalttätige Gruppen beschäftigen aktuell auch die Bielefelder Universität, weil sie internationale Konflikte, wie den zwischen Türken und Kurden, in die Hochschule tragen. Das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld beschäftigt sich mit Themen wie diesen und das bereits seit 20 Jahren. Heute ist das IKG eine der führenden deutschen Forschungseinrichtungen in diesem Bereich.

Seit 2013 leitet Andreas Zick das Institut, als Nachfolger von Wilhelm Heitmeyer. Der Soziologe und Erziehungswissenschaftler hatte das interdisziplinäre Forschungszentrum in Bielefeld aufgebaut und etabliert.

Die Forschungsthemen sind oft nah am politischen Geschehen

Hass-Taten gegenüber Flüchtlingen, soziale Proteste oder menschenfeindliche Überzeugungsmuster und Milieus: Die Themen, die das IKG untersucht, sind nah am politischen Geschehen. Viele neue Analysen des Instituts befassen sich mit der Radikalisierung junger Menschen - etwa durch (neo-)salafistische Propaganda - und tragen zur Prävention bei.

Das IKG ist ebenfalls bekannt für seine Studien zu Gewalt im Fußball. Dabei geht es um die Analyse der Ursachen, aber auch um ihre Bedeutung für sozialen Zusammenhalt, Partizipation, Demokratie und Frieden.

Seit 16 Jahren prägt das IKG mit seinen Analysen zur "gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit" die Forschung und die öffentliche Diskussion über die Abwertung und Ausgrenzung schwacher Gruppen. Heute wird der Begriff auch in Medien und Politik verwendet und prägte die Strategien zur Stärkung der Demokratie in der noch amtierenden Bundesregierung. Die Forscher des IKG, die aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen stammen, betrachten Konflikte und Gewalt als Herausforderungen, aber auch als potenzielle Katalysatoren für die Veränderung von Gesellschaften. "Wir untersuchen vor allem die Bedingungen, Ausdrucksformen und Konsequenzen von Konflikten und Gewalt innerhalb von Gesellschaften", erklärt Institutsleiter Zick.

Fragen zu zunehmender Gewaltbereitschaft gegenüber hilfeleistenden Berufsgruppen und Journalisten, Cyber-Mobbing oder zu gefährlichen Netzwerken rechtsextremer Gruppen: Zick ist ein gefragter Experte. Bundesweit wird Zick um Einschätzung gebeten. "Wir werden von Medien angefragt, weil Konfliktforschung soziale Veränderungen oft früher sieht als sie in öffentlichen Debatten auftauchen", sagt Zick. Hinzu komme, dass Konflikten und Gewalt am besten zu begegnen sei, wenn man wissenschaftliche Erkenntnisse heranziehe.

"Da wir an der Meinung von Bürgern interessiert sind, geben wir unsere Erkenntnisse auch gerne zurück und stellen uns öffentlichen Debatten", ergänzt der Experte.

Meilensteine aus 20 Jahren

Dezember 1996: Das IKG wird gegründet.

April 1997: Das Institut wird mit dem Symposium "Gesellschaftliche Entwicklungen, wissenschaftliche Verantwortung und Gewalt" eröffnet.

2002: Wilhelm Heitmeyer, damaliger IKG-Direktor, gibt den ersten Band der Reihe "Deutsche Zustände" heraus. Es folgen zehn weitere Bände der Forscher über die Entwicklung der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit im Land.

2007: Das IKG bringt die Open-Access-Zeitschrift "International Journal of Conflict and Violence" heraus.

2013: Andreas Zick wird vom Vorstand des Instituts zum neuen Direktor gewählt.

2015: Evaluation und Beschluss des Rektorats, das IKG für weitere acht Jahre als zentrale wissenschaftliche Einrichtung zu führen.

2015: Das IKG ruft die Kampagne "Uni ohne Vorurteile" ins Leben.

2016: Zick erhält den Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Stifterverbandes für deutsche Wissenschaft.

Bildunterschrift: Gefragter Gesprächspartner: Andreas Zick leitet das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld seit 2013.

Bildunterschrift: Gründete das IKG 1996: Wilhelm Heitmeyer.

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Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt, 04.12.2017:

"Kirchenasyl wird an Gewicht gewinnen"

Synode: Arends will das Diakoniereferat stärker einbinden / Kritik wegen langem Aufenthalt zum Beispiel in der Einrichtung in Oerlinghausen

Oerlinghausen / Leopoldshöhe (mah). In Lippe hat es in diesem Jahr bislang sechs Kirchenasyle gegeben. Wie Landessuperintendent Dietmar Arends der Synode berichtete, sind vier von ihnen bereits abgeschlossen.

Dies bedeutet, dass die geflüchteten Menschen nun einen Aufenthaltsstatus haben, ergänzte Dieter Bökemeier, der Landespfarrer für Flucht und Migration. Einer habe das Kirchenasyl von sich aus abgebrochen, ein weiteres stehe kurz vor dem Ende. Arends kündigte an, "wegen der hohen Belastung gerade bei länger dauernden Kirchenasylen" eine intensivere Begleitung durch das Diakoniereferat anzubieten. "Es ist damit zu rechnen, das das Thema Kirchenasyl auf Grund der vielen anstehenden Asylentscheidungen noch einmal mehr Gewicht bekommen wird."

Arends kritisierte, dass Geflüchtete nun teilweise zwei Jahre in Landesaufnahmeeinrichtungen wie die in Oerlinghausen bleiben. "Neben dem Problem der Kasernierung auf engem Raum, der fehlenden Beschulung und eingeschränkter medizinischer Versorgung sind die Menschen so auch den Unterstützungsstrukturen in den Kommunen entzogen."

Es sei eine große Herausforderung für Kirche und Zivilgesellschaft, auch den Geflüchteten in solch abgelegenen und zumeist zugangsbeschränkten Einrichtungen auch in Zukunft Hilfsangebote zu machen.

Arends sagte, es werde in anderen Landeskirchen wahrgenommen, dass die Synode im Arbeitsfeld "Flucht und Migration" des Diakoniereferates in den vergangenen Jahren immer wieder Beschlüsse gefasst und Geld zur Verfügung gestellt habe. Hier zeige die Landeskirche ein besonderes Profil. Dietmar Arends lobte die enge Zusammenarbeit zwischen Bökemeier und dem Diakoniereferat, Absprachen seien eng, Synergien groß.

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