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Neue Westfälische - Zeitung für das Lübbecker Land , 04.12.2017 :

"Ich habe es sehr gerne gemacht"

In Hartum: Klaus Reimler legt nach mehr als 40 Jahren Vorsitz des Bundes der Vertriebenen nieder / Mitgliederschwund setzt sich fort / Werner Arnold übernimmt Nachfolge

Espelkamp / Hartum (mig). Nach 42 Jahren hat Klaus Reimler sein Amt als erster Vorsitzender des Bundes der Vertriebenen, Ortsgruppe Hartum, Hahlen, Nordhemmern und Holzhausen II abgegeben. "Ich habe es sehr gerne gemacht, es war mir eine wichtige Aufgabe", sagte der 82-Jährige bei der Versammlung des Vereins im Hartumer Dorfkrug. 42 Jahre hat Klaus Reimler die Geschicke des Vereins geleitet - jetzt hat er diese Aufgabe an Werner Arnold weitergegeben. Weitere Posten gingen an Lisa Krudup (stellvertretende Vorsitzende), Margret Riechmann (Schriftführerin) und noch einmal an Werner Arnold (Kassenwart). Als zweiter stellvertretender Vorsitzender will Klaus Reimler den Vorstand weiterhin unterstützen. In seinem Jahresbericht hatte der scheidende Vorsitzende die sich verändernde Rolle der Vertriebenen angesprochen. Seit Gründung der Ortsgruppe habe sich viel veränderte, gab Reimler zu verstehen. Die Zahl der Mitglieder sei von etwa 70 auf heute unter 30 geschrumpft.

Bildunterschrift: Versammlung mit Musik: In Hartum gab Klaus Reimler das Amt des Vorsitzenden der Vertriebenen ab.

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Mindener Tageblatt Online, 29.11.2017:

Klaus Reimler legt nach mehr als 40 Jahren Vorsitz des Bundes der Vertriebenen nieder

Von Michael Grundmeier

Hille-Hartum (mig). Nach 42 Jahren hat Klaus Reimler sein Amt als erster Vorsitzender des Bundes der Vertriebenen, Ortsgruppe Hartum, Hahlen, Nordhemmern und Holzhausen II abgegeben. "Ich habe es sehr gerne gemacht, es war mir eine wichtige Aufgabe", sagte der 82-Jährige bei der Versammlung des Vereins im Hartumer Dorfkrug.

42 Jahre hat Klaus Reimler die Geschicke des Vereins geleitet - jetzt hat er diese Aufgabe an Werner Arnold weitergegeben. Weitere Posten gingen an Lisa Krudup (stellvertretende Vorsitzende), Margret Riechmann (Schriftführerin) und noch einmal Werner Arnold (Kassenwart). Als zweiter stellvertretender Vorsitzender will Klaus Reimler den Vorstand weiterhin unterstützen.

In seinem letzten Jahresbericht hatte der scheidende Vorsitzende die sich verändernde Rolle der Vertriebenen angesprochen. Seit Gründung der Ortsgruppe habe sich viel veränderte, gab Reimler zu verstehen. Die Zahl der Mitglieder sei von etwa 70 auf heute unter 30 geschrumpft. Mit Blick auf die politische Entwicklung formulierte Reimler das "Leitwort" der Versammlung: "Vertrieben und vergessen?". Er wolle das so verstanden wissen, dass die Vertriebenen kaum noch wahrgenommen werden - die Medien würden lieber von anderen "früheren Schicksalen" berichten. Dabei hätten die Vertriebenen nach Flucht und Vertreibung "vieles geleistet am Wiederaufbau in unseren Dörfern und in ganz Deutschland".

Dankbar zeigt sich Reimler für die "neue Heimat", in der man einen "neuen Anfang" habe machen können, machte das frühere Ratsmitglied deutlich. "Wir hatten mit der Heimat Namen und Gesicht, Rang und Geltung verloren und sind nun wieder Bürger des Landes, gleicher Verantwortung und gleichen Rechts." Reimler dankte "der Güte Gottes", die geholfen habe, das Leid des Krieges, der Verfolgung und der Vertreibung zu ertragen.

In seinem Jahresbericht zählte der Träger des Bundesverdienstkreuzes zahlreiche Aktivitäten auf, die der Verein in den letzten Jahren und Jahrzehnten angestoßen hat. Darunter zahlreiche Fahrten, organisiert vom Ehepaar Schröder - unter anderem zur Ausstellung "Erzwungene Wege" in Berlin. Insgesamt habe das Paar weit über 20 Fahrten organisiert - "eine sehr große Leistung", stellte Reimler fest. Darüber hinaus erwähnte Reimler die Anbringung einer Gedenktafel "Flucht und Vertreibung" am Eingang des Rathauses Hartum und ein Konzert mit der Oberschlesischen Bauernkapelle.

Traurig stimmt Reimler, dass es ihm nicht gelungen sei, eine Patenschaft mit einem heute polnischen Ort zu organisieren. Die Ortsgruppe selbst unterhält viele Kontakte in die früheren Ostgebiete. Fahrten haben die Mitglieder unter anderem nach Ostpreußen, Westpreußen, Pommern, Oberschlesien, Ungarn oder Russland geführt.

"Leider hat die jüngere Generation nicht mehr das gleiche Interesse daran wie wir", ließ Reimler die Mitglieder wissen. Die Versammlung endete mit Gesang zu den Klängen eines Akkordeon-Trios.

Bildunterschrift: Die Ortsgruppe singt alte und neue Lieder.

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Mindener Tageblatt, 26.03.2004:

Reimler als Vorsitzenden im Amt bestätigt

Ehrennadeln an treue Mitglieder des Bundes der Vertriebenen verliehen / Medien werden aufmerksamer

Hille-Hartum (mt). Wahlen und Ehrungen standen bei der Jahreshauptversammlung des Bundes der Vertriebenen, Ortsgruppe Hartum - Nordhemmern - Holzhausen auf der Tagesordnung.

In seiner Begrüßungsansprache fand Vorsitzender Klaus Reimler neben lobenden Worten für die Aktivitäten und das Engagement der Ortsgruppenmitglieder innerhalb der Gemeinde - rund 20 Prozent der Hiller Bevölkerung seien Vertriebene - auch kritische Worte zur Einstellung mancher Vertriebener. "Im Lande der Bundesrepublik hat jeder Deutsche hat eine Heimat, und sei es eine Verlorene", zitierte er aus einem Pressebericht. "Unsere Präsenz wird oft unterschätzt und nicht gleichrangig mit anderen Beteiligten des Krieges gestellt." Die Medien würden aber aufmerksamer auf die Heimatgebiete der Vertriebenen, denn die Berichterstattung werde neutraler und trage zu einem konstruktiven Dialog der Völkern bei.

Der Bund der Vertriebenen, betonte Reimler, unterstütze ein Zentrum gegen Vertreibung in Berlin, welches die Geschichte der Vertreibung und die Veränderung Deutschlands durch die Integration der Vertriebenen dokumentieren und neuen weltweiten Vertreibungen entgegenwirken solle. Der Standort sei allerdings noch umstritten, berichtete Klaus Reimler weiter. Sein Dank ging in diesem Zusammenhang an die Gemeinde Hille, die sich als einzige Gemeinde im Kreis Minden-Lübbecke vor zwei Jahren an der Entstehung des Zentrums mit einem Groschen pro Bürger beteiligt habe.

Auszeichnung für Lisa Krudup

Auf dem Programm standen an diesem Abend auch Wahlen. Als Vorsitzender wurde Klaus Reimler in seinem Amt bestätigt, als zweite Vorsitzende agiert weiterhin Lisa Krudup. Walter Utpatel wurde zum Kassenwart gewählt, Wolfgang Marschall zum Schriftführer sowie Ingrid Wrobel und Manfred Jodeit zu Kassenprüfern.

Für besondere Verdienste wurden Ingrid Wrobel, Frieda Schossau, Katharina Marschall, Luise Aurich, Waltraud Staudt, Richard Kulike, Gerhard Schneider, Ewald Klopholz, Georg Klopholz, Horst Schmidt, Manfred Ensslen, Werner Bredemeier, Erich Czech, Johann Stierl, Karl Tischler und Horst Kiwert mit Urkunden vom Landesverband des Bundes der Vertriebenen ausgezeichnet.

Eine besondere Auszeichnung wurde Lisa Krudup für ihre langjährige Vorstandsarbeit zuteil. Sie konnte aus den Händen Klaus Reimlers die silberne Ehrennadel des Bundes der Vertriebenen und eine Ehrenurkunde entgegennehmen.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Herbert Becker, Herbert Riechmann und Willi Obersundermeier, die mit bekannten Liedern aus der Heimat für Stimmung sorgten und zum Mitsingen einluden. Werner Arnold ließ es sich nicht nehmen, mit Ironie und lustigen Worten in ostpreußischer Mundart über Mamachen, Papachen und Majellen zu erzählen und die Gäste mit einer Geschichte über eine stetig wachsende Familie und Adebars abgelaufene Beine zum Schmunzeln zu bringen.


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