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Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt ,
17.11.2017 :
Vortrag über die Bürokratie der Vernichtung
Oerlinghausen / Leopoldshöhe (NW). Wer waren die Bürokraten, die für die Deportation der Juden aus Lippe und Umgebung verantwortlich waren? Dieses Thema beleuchtet ein Vortrag des Historikers und Autors Jürgen Hartmann am Freitag, 23. November, der um 19 Uhr in der Detmolder Stadthalle beginnt. Unter dem Titel "Bürokraten der Vernichtung - die Judenreferenten der Gestapo Bielefeld" wird die Rolle der Judenreferenten Pützer und Peters der Gestapostelle Bielefeld erörtert. Die Veranstaltung wird organisiert vom Arbeitskreis "Gegen das Vergessen".
Referent Jürgen Hartmann wurde in Oerlinghausen geboren und beschäftigte sich nach seinem Studium der Geschichte und Sozialwissenschaften vor allem mit regionaler Geschichte. Er ist Mitherausgeber der Internet-Zeitschrift "Rosenland. Zeitschrift für lippische Geschichte" und publizierte und forschte zu verschiedenen Themen wie beispielsweise das "Erinnerungsbuch für die Opfer des Nationalsozialismus aus Oerlinghausen" (2017) oder zu den "Judenreferenten" der Gestapostellen Münster und Bielefeld.
Der Arbeitskreis "Gegen das Vergessen" setzt sich aus engagierten Bürgern der Region zusammen. In diesem Jahr organisierte der Arbeitskreis eine Veranstaltungsreihe zur Vernichtung der jüdischen Bevölkerung durch die Nationalsozialisten. Anlass war der Auschwitz-Prozess gegen den ehemaligen SS-Wachmann Hanning in Detmold 2016. Die Veranstaltungsreihe ging in zahlreichen Vorträgen, Lesungen und einer Studienfahrt auf die Erniedrigung, Entrechtung, Beraubung und Vernichtung der Juden ein und vermittelte historisches Hintergrundwissen an politisch und historisch Interessierte.
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