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3 Veranstaltungen - Nachrichten ,
21.10.2017 :
Tages-Chronologie von Samstag, 21. Oktober 2017
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Veranstaltungskalender:
- Samstag, 21. Oktober 2017 von 11.30 bis 18.45 Uhr -
Raus aus der Subkultur, rein in die Gesellschaft - Für neu organisiert Praxen
- Aktuelle Informationen: www.agsoli.wordpress.com
Veranstaltungsort:
BI Bürgerwache e.V.
Rolandstraße 16
33615 Bielefeld
www.bi-buergerwache.de
In Anbetracht der Tatsache, dass unsere Gesellschaft gegenwärtig durch die Zunahme rechter, rassistischer und faschistischer Mobilisierungen geprägt ist, die die Lebens- und Arbeitswirklichkeit von vielen Menschen für sich vereinnehmen (zum Beispiel Altersarmut), wird uns auch die gesellschaftliche Marginalität der Linken schmerzhaft vor Augen geführt. Durch den fehlenden Dialog miteinander und das Verharren in subkulturellen Ausrichtung sowie der expliziten Abgrenzung von der Gesellschaft können keine Antworten auf gesellschaftliche Problemlagen gefunden werden.
Anschließend an die zahlreichen veröffentlichten Strategiepapieren der letzten Monate finden wir, dass es Zeit ist sich der wachsenden Unzufriedenheit zu stellen und neue Perspektiven zu eröffnen. Beeinflusst durch die Erfahrungen und Berichte der erfolgreichen gesellschaftlichen Basisorganisierung (beispielsweis Rojava / Argentinien) möchten wir die Frage diskutiert, wie eine Praxis aussehen könnte, die eine gesellschaftliche Wirkung entfaltet und Konzepte für eine lokale Praxis zu entwickeln.
Vor diesem Hintergrund haben wir, die AG Solidarität International (AG Sol-I), die Veranstaltung "Raus aus der Subkultur, rein in die Gesellschaft - Für neu organisiert Praxen" geplant.
Wir sind Menschen, die Selbstorganisation der Gesellschaft von unten anstoßen und stärken möchten. Dabei interessieren wir uns für die Konstruktion neuer unabhängiger Praxen wie Selbstverwaltung und Basisarbeit. Wir kommen aus unterschiedlichen ideologischen und geographischen Hintergründen und sind auf der Suche nach weiteren Menschen, mit denen wir Erfahrungen austauschen, uns gemeinsam bilden und uns die Fähigkeiten aneignen können, die wir für eine gesellschaftliche Praxis benötigen
Daher möchten wir allen Interessierten einen Raum bieten, in dem wir miteinander auf Augenhöhe ins Gespräch über Herausforderungen und Grenzen aber vor allem Ziele und Umsetzungen gemeinsamer Arbeit kommen möchten.
Programm:
12.00 bis 13.30 Uhr:
Vorträge zu Selbstverwaltungsstrukturen in Rojava (Kurdistan), Argentinien, Stadtteilpolitik vom Bremer Kollektiv.
14.00 bis 16.00 Uhr:
Arbeit in Kleingruppen zur Selbstverwaltung in Europa und neue Praxen.
16.45 bis 18.15 Uhr:
Neue Praxen: Resultate zusammentragen und diskutieren.
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- Samstag, 21. Oktober 2017 um 13.00 Uhr -
Demonstration: Keine Abschiebungen nach Afghanistan!
Auftaktkundgebung:
Hauptbahnhof
Am Bahnhof 1 D
33602 Bielefeld
Nach einem vorübergehenden Stopp haben wieder Abschiebungen nach Afghanistan begonnen. Dabei ist Afghanistan nicht sicher! Der Alltag in Afghanistan ist geprägt durch Selbstmordattentate, sexualisierte Gewalt, Zwangsrekrutierungen durch die Taliban, Verfolgung konvertierter Christen und weitere Grausamkeiten.
Ablehnungen und Abschiebungen
Auch wenn die Lage in Afghanistan nicht sichererer wird, geht die Anerkennungsquote zurück. Das ist politisch gewollt und geht einher mit der Theorie von der Bundesregierung, dass es sichere Regionen geben würde.
Afghanistan ist nicht sicher
Die Lageberichte der NGOs besagen, dass es keine sicheren Gebiete gibt. Nachzulesen ist dies in den Berichten vom UNHCR, amnesty international und auch bei Pro Asyl (www.proasyl.de).
Die deutsche Botschaft in Kabul ist auf unbestimmte Zeit geschlossen, das Auswärtige Amt rät von Reisen nach Afghanistan dringend ab und Politikerinnen und Politiker tragen auf ihren Reisen schusssichere Westen!
Besondere Gefahren für Rückkehrerinnen und Rückkehrer
Rückkehrerinnen und Rückkehrer werden besonders bedroht und verfolgt, zum Beispiel wegen vermutetem Abfall vom Glauben, unislamischen Lebensweisen oder Kollaboration mit dem Feind. Kein Mensch darf dorthin abgeschoben werden!
Wir von dem Bündnis "Trugbild Sicheres Afghanistan" rufen mit der Unterstützung von verschiedenen Aktivistinnen und Aktivisten, Flüchtlingsinitiativen, Organisationen und Verbänden zu einer Demonstration auf, um gemeinsam gegen Abschiebungen nach Afghanistan zu demonstrieren.
Abschiebungen nach Afghanistan sind für uns ein Sinnbild einer menschenverachtenden Politik gegen Flüchtlinge, die nicht hingenommen werden kann. Wir fordern Bleiberecht, Unterstützung und Perspektiven für Geflüchtete!
Frieden und gleiche Rechte für alle Menschen - weltweit!
Afghanistan hat keine sicheren Gebiete!
Stoppt alle Abschiebungen nach Afghanistan und anderswo
Veranstalterin: Bündnis "Trugbild sicheres Afghanistan".
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- Samstag, 21. Oktober 2017 um 19.30 Uhr -
Mehr Licht! Lesung gegen Rassismus und für ein schönes Leben
Veranstaltungsort:
Villa Kunterbunt
Kaiser-Wilhelmstraße 2
32257 Bünde
Der Eintritt ist frei - eine Spende für die Arbeit des Jugendzentrums ist erwünscht.
Unter dem Titel "Mehr Licht!" veranstalten der "Verein International" sowie die "Initiative 9. November" eine Lesung gegen Rassismus mit der Herforder AutorInnen-Gruppe in der Villa Kunterbunt in Bünde. Die Lesung ist Auftakt zur Veranstaltungsreihe "Erinnern heißt Partei ergreifen" anlässlich des 9. November 1938, an dem der nationalsozialistische Terror gegen jüdische MitbürgerInnen einen vorläufigen Höhepunkt fand.
Nicht nur gegen Rassismus, sondern ebenso für ein schönes Leben lesen sechs namhafte AutorInnen aus dem Herforder Kreis, die sich Anfang 2017 zur Herforder AutorInnen-Gruppe zusammengeschlossen haben.
Mit dabei ist der langjährig in Enger lebende und mit dem Bürgermedienpreis NRW ausgezeichnete Autor Michael Helm. Er liest aus dem Buch "Wir freuen uns und wir weinen" zum Wiederaufbau der Herforder Synagoge. Michael Helm ist in der Region bekannt durch viele Literaturabende und Lesungen zu verschiedenen klassischen Autoren.
Ebenfalls dabei ist Ralf Burnicki, Lehrkraft für Philosophie an einem Bünder Gymnasium und für seine bildhafte und zugleich gesellschaftskritische Prosadichtung von der Gesellschaft für neue Literatur (NGL Berlin) als "Erbe Orwells" ausgelobt. Ralf Burnicki liest neue Gedichte, die sich unter anderem gegen das Vergessen der deutschen Geschichte richten.
Die Autorin Petra Czernitzki, die lange Zeit in Spenge lebte, setzt in ihrer Lyrik oft auf das beschwingte Wortspiel. Zu den Veröffentlichungen der Autorin zählt der viel beachtete Roman "Dating ist kein Zuckerschlecken", verfasst vom Schreibkollektiv "Fairy Gold" (Droemer Knaur 2015).
Wie Petra Czernitzki ist auch der Autor Artur Rosenstern in mehreren Genres zu Hause, auch er schreibt Lyrik und Prosa, auch er hat einen Roman veröffentlicht, aus dem er lesen wird. In "Planet Germania" schildert er die Erlebnisse des aus Kasachstan eingewanderten Andrej, der alles daran setzt, hier "etwas zu werden". Zusammen mit seinem Freund Murat erlebt er die Freuden und Leiden der Integration. In Rosensterns Roman geht es um das Fremdsein als Chance für neue Perspektiven.
Ebenso liest die Jungautorin Christine Zeides aus Bünde. Sie studiert derzeit in Berlin und gilt als Multitalent in Sachen Wortkunst, Fotografie und Malerei. Sie ist Preisträgerin beim Berliner Literaturwettbewerb des "Literaturpodiums", und ihre poetische Performance ist stets ein eindrückliches Ereignis. An diesem Abend widmet sie sich dem Thema Angst und Sicherheitsverlangen.
Ebenfalls aus Bünde kommt der Autor Nicolas Bröggelwirth, der in seinen Kurzgeschichten das Leben augenzwinkernd aufs Korn nimmt. Bröggelwirth arbeitet als Journalist und wurde mit dem Hörfunkpreis "Bobby" der Landesanstalt für Rundfunk und der Deutschen Hörfunkakademie ausgezeichnet. Die Zuhörerschaft erwartet mithin ein kreatives und vielseitiges Literaturereignis, das zum Nachdenken anregt, aber auch unterhaltsam ist, denn es geht der Literatur ja stets darum, das Leben ein wenig zu feiern.
Eine Veranstaltung der "Initiative 9. November Bünde" im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Erinnern heißt Partei ergreifen" vom 21. Oktober bis 23. November 2017.
www.facebook.com/9NovemberBuende/
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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Samstag, 21. Oktober 2017
Am 30. Mai 2017 ist der einstige "SS-Unterscharführer" Reinhold Hanning (Lage) - am 17. Juni 2016 vom Landgericht Detmold wegen "Beihilfe zum Mord" in Auschwitz verurteilt, im Alter von 95 Jahren verstorben.
Am 17. Juni 2016 wurde der ehemalige "SS-Unterscharführer" Reinhold Hanning vom Landgericht Detmold wegen Beihilfe zum Mord in Auschwitz in mindestens 170.000 Fällen, zu 5 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.
Für den 19. November 2017 kündigt die "Stiftung Eben-Ezer" in Lemgo, im Rahmen einer Gedenkfeier die Einweihung eines Mahnmals zum Gedenken an die in Eben-Ezer beheimateten Opfer der "Euthanasie" an.
www.nebenklage-auschwitz.de
www.justiz.nrw.de/nrwe/lgs/detmold/lg_detmold/j2016/4_Ks_45_Js_3_13_9_15_Urteil_20160617.html
www.youtube.com/watch?v=vCdMJb3OzhM
www.eben-ezer.de/Gedenkbuch
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Artikel-Einträge in der Datenbank:
Neue Westfälische, 21./22.10.2017:
Anklage gegen früheren SS-Wachmann
Neue Westfälische, 21./22.10.2017:
Eben-Ezer richtet Gedenkstätte für NS-Opfer ein
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Neue Westfälische, 21./22.10.2017:
Anklage gegen früheren SS-Wachmann
Frankfurt / Main (AFP). Erneut könnte es in Deutschland einen Prozess gegen einen früheren Wachmann eines NS-Vernichtungslagers geben. Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main erhob nach eigenen Angaben Anklage gegen einen 96-Jährigen. Er soll von 1943 bis 1944 als Mitglied des SS-Totenkopfsturmbanns im Lager Lublin-Majdanek gewesen sein. Das Landgericht muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden.
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Neue Westfälische, 21./22.10.2017:
Eben-Ezer richtet Gedenkstätte für NS-Opfer ein
Untersuchung: Forschungen haben ergeben, dass auch die Lemgoer Stiftung von der systematischen Ermordung von Menschen mit Behinderungen betroffen war / Die Einweihung ist für den 19. November geplant
Von Katrin Nordwald
Lemgo. Die Stiftung Eben-Ezer in Lemgo erinnert mit einem neuen Gedenkort an die Menschen aus ihren Einrichtungen, die in der NS-Zeit Opfer der so genannten Euthanasie-Morde wurden.
Neueste Forschungen haben nach Angaben der Stiftung ergeben, dass auch Eben-Ezer von der so genannten "T4-Aktion" der Nationalsozialisten zur systematischen Ermordung von Menschen mit geistigen, körperlichen und seelischen Behinderungen betroffen war, sagte der theologische Vorstand der diakonischen Stiftung, Bartolt Haase. So habe es bereits 1937 eine Verlegung von 67 Bewohnern in eine staatliche Anstalt in Warstein gegeben. Von ihnen seien nachweislich 36 getötet worden. Eine Gedenkstele auf dem Stiftungsgelände solle diese Menschen würdigen. Die Einweihung ist am 19. November geplant. Im Gottesdienst wird der lippische Landessuperintendenten, Dietmar Arends, predigen.
Die Stele sei in Anlehnung an die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie am Standort Warstein gestaltet worden, ergänzte Pastor Haase. Die Metalltafel, die wie ein Splitter zugeschnitten ist, trage die Namen der 36 ehemaligen Eben-Ezer-Bewohner. "Sie sollen stellvertretend für die Opfer stehen, die bei den weiteren Forschungen möglicherweise noch entdeckt werden", so Haase. An dem Projekt beteiligen sich die Lippische Landeskirche, der Kreis Lippe und der Landesverband Lippe.
Unter dem Titel "Gegen das Vergessen" findet bereits am 17. November eine Fachtagung in Eben-Ezer statt. Erwartet werden die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Bund der "Euthanasie"-Geschädigten und Zwangssterilisierten, Margret Hamm, und der Bielefelder Historiker Hans-Walter Schmuhl. Der Wissenschaftler hält einen Vortrag über die Rolle der diakonischen Einrichtungen Eben-Ezer, Bethel und Wittekindshof in der Zeit der Nationalsozialisten. Frank Konersmann von der Universität Bielefeld stellt zudem eine Opferbiografie vor.
Bildunterschrift: Theologischer Vorstand der Stiftung: Bartolt Haase.
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