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3 Veranstaltungen - Nachrichten , 16.11.2017 :

Tages-Chronologie von Donnerstag, 16. November 2017

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Veranstaltungskalender:



- Donnerstag, 16. November 2017 um 19.00 Uhr -


Stadtführung zur Geschichte der Bünder Jüdinnen und Juden mit Dr. Norbert Sahrhage


Treffpunkt:

Jüdisches Mahnmal
Marktplatz
Marktstraße
32257 Bünde


An sieben Stationen in der Innenstadt (unter anderem: Jüdischer Friedhof, Haus Levison, Pension Ruben, Goetheplatz) soll die Geschichte der Bünder Jüdinnen und Juden erzählt werden, die im ausgehenden 17. Jahrhundert begann und nach einer Phase der langsamen Integration im 19. Jahrhundert zu Ausgrenzung und Verfolgung in der Zeit des "Dritten Reiches" führte und schließlich im Holocaust endete.


Norbert Sahrhage wurde 1951 geboren. Nach einem Studium der Sozial-, Geschichts- und Sportwissenschaften unterrichtet er seit 1981 als Lehrer an einem Gymnasium in Bünde. Er promovierte 2004 und veröffentlichte diverse Bücher und Beiträge zur Regionalgeschichte. Sein Krimi-Debüt gab er 2010 mit "Der tote Hitlerjunge". 2016 erschien "Der Mordfall Franziska Spiegel", der auf einer wahren Begebenheit beruht.


Eine Veranstaltung der "Initiative 9. November Bünde" im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Erinnern heißt Partei ergreifen" vom 21. Oktober bis 23. November 2017.

www.facebook.com/9NovemberBuende/


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- Donnerstag, 16. November 2017 um 19.00 Uhr -


Vortrag von Prof. Dr. Peter Kuhn, München: Das unbekannte Vernichtungslager Kulmhof - Geschichte und Erinnerung


Veranstaltungsort:

Ravensberger Spinnerei / Volkshochschule
Ravensberger Park 1
Historischer Saal
33607 Bielefeld

www.vhs-bielefeld.de


Am 8. Dezember 1941 wurden in dem kleinen Ort Kulmhof am Ner (Chełmno nad Nerem) einige hundert Jüdinnen und Juden mit Motorabgasen ermordet, mit der Technik also, die zuvor bei den Euthanasie-Morden in Deutschland angewendet worden war. Kulmhof lag im "Warthegau", dem vom Deutschen Reich annektierten Teil Polens, etwa siebzig Kilometer nordwestlich von Lodz, damals Litzmannstadt.

Die Inbetriebnahme dieser Vernichtungsstätte durch das SS-Sonderkommando Lange ist der Beginn der nationalsozialistischen Massentötung an den europäischen Jüdinnen und Juden durch Giftgas. Im Vernichtungslager Kulmhof wurden bis 1944 mehr als 150.000 jüdische Menschen getötet, die zum Großteil aus dem Ghetto Litzmannstadt kamen. Aus diesem Ghetto kamen auch einige Tausend Menschen, die den Sinti und Roma angehörten.

Die Kulmhof-Prozesse (1962/63 und 1965) fanden fast zeitgleich mit den Frankfurter Auschwitz-Prozessen statt, wurden aber nicht im gleichen Maße in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Die Sonderausstellung der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas trägt deshalb auch den Titel: "Das unbekannte Vernichtungslager Kulmhof am Ner - Geschichte und Erinnerung".

Peter Kuhn studierte in den 1960er Jahren in Bonn und erlebte im dortigen Landgericht als Begleiter seines Lehrers Ch. Horowitz die Verhandlungen des Kulmhof-Prozesses in seiner ersten Phase. Prof. Horowitz war als Dolmetscher für Polnisch und Jiddisch zum Prozess gebeten worden.

Prof. Dr. Kuhn berichtet zur Ausstellungseröffnung über die Geschichte des Vernichtungslagers Kulmhof und insbesondere über seine persönlichen Erinnerungen an den Kulmhof-Prozess in Bonn. Er wird seine Eindrücke vom politischen Klima der damaligen Zeit schildern, in dem es erst zwanzig Jahre nach den Verbrechen dazu kam, dass die Täter in Deutschland zur Rechenschaft gezogen wurden.


Prof. Dr. Peter Kuhn studierte Theologie, Philosophie, Semitistik und Judaistik. Von 1991 bis 2013 war er Professor für Judaistik an der Hochschule der Salesianer Don Boscos in Benediktbeuern.


Eine Veranstaltung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. Bielefeld in Kooperation mit der Sektion Bielefeld von "Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V." und der Volkshochschule Bielefeld.

www.gcjz-bielefeld.de


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- Donnerstag, 16. November 2017 um 19.30 Uhr -


WDR-Fernsehen, Lokalzeit OWL: Volksverhetzung oder Beleidigung?

Prozess gegen NRW-Vorsitzenden der Partei "Die Rechte"

Der NRW-Vorsitzende der Partei "Die Rechte" soll den Chef der Jüdischen Gemeinde Detmold-Herford als einen "frechen und selbstgefälligen Juden" bezeichnet haben. Die Staatsanwaltschaft hat den Parteivorsitzenden wegen Volksverhetzung und Beleidigung angeklagt.

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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Donnerstag, 16. November 2017


Am 16. November 2017 vertagte das Amtsgericht Bielefeld einen Prozess gegen den Dortmunder Neonazi Sascha Marcel Krolzig (Partei "Die Rechte"), wegen Beleidigung und Volksverhetzung, ohne neuen Termin.


www.jg-hf-dt.de

www.mobile-beratung-nrw.de

www.mobile-beratung-owl.de

www.initiative-gegen-rc-owl.de

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Artikel-Einträge in der Datenbank:


Mindener Tageblatt, 16.11.2017:
Film über Auschwitz

Mindener Tageblatt, 16.11.2017:
Mutig gegen Nazis

Lippische Landes-Zeitung Online, 16.11.2017:
Prozess gegen Bielefelder Neonazi Sascha Krolzig ist ausgefallen

Lippische Landes-Zeitung, 16.11.2017:
"Road Crew OWL" ist in ganz Europa vernetzt

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Mindener Tageblatt, 16.11.2017:

Film über Auschwitz

Kinoabend im Bürgerhaus

Porta Westfalica-Hausberge (mt/hy). Der Verein Bürgerhaus Porta Westfalica lädt am Dienstag, 28. November, alle Interessierten um 19 Uhr zu einem Kinoabend in das Hausberger Bürgerhaus (Kempstraße 6) ein. Anlässlich der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 wird ein Oskar-preisgekrönter Spielfilm (freigegeben ab 16 Jahren) aus dem Jahr 2015 über das KZ Auschwitz gezeigt. Die Kamera folgt während des 107-minütigen Films dem Hauptdarsteller, der im Sonderkommando des KZ arbeitet.

Der Eintritt ist frei - der Verein freut sich über Spenden.

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Mindener Tageblatt, 16.11.2017:

Mutig gegen Nazis

Wilhelm Gerntrup hält Vortrag

Porta Westfalica-Kleinenbremen (Ly). Nicht alle waren Nazis. Auch in Kleinenbremen haben couragierte Menschen den braunen Machthabern die Stirn geboten.

Daran soll jetzt ein Vortrag erinnern, den der frühere Ortsheimatpfleger Wilhelm Gerntrup am Mittwoch, 22. November, um 19.30 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus (Johannes-Delius-Haus), Schillingshof 1. Gerntrups Thema: "NS-Machtübernahme und örtlicher Widerstand in Kleinenbremen". Zu dem Vortrag lädt der örtliche Heimatverein ein.

Unterdessen hat die Kirchengemeinde Kleinenbremen einen neuen Termin festgelegt, wann die geplante Stele auf dem Kirchengelände eingeweiht werden soll: Samstag, 27. Januar, wahrscheinlich um 11 Uhr.

Das ist zugleich der bundesweite Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Am 27. Januar 1945 hatte die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz befreit.

Die Stele soll an alle NS-Opfer aus Kleinenbremen erinnern, darunter zwei jüdische Familien. Für die Errichtung des Gedenksteins am Zaun zur Kleinenbremer Straße setzen sich Gerntrup, dessen Nachfolger Wolfgang Karras, der Heimatverein und die Kirchengemeinde ein.

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Lippische Landes-Zeitung Online, 16.11.2017:

Prozess gegen Bielefelder Neonazi Sascha Krolzig ist ausgefallen

16.11.2017 - 09.55 Uhr

Verteidiger sagt kurzfristig ab / Der Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold reagiert bestürzt

Von Jens Reichenbach

Bielefeld. Der Prozess wegen Volksverhetzung und Beleidigung gegen den Bielefelder Neonazi Sascha Krolzig vor dem Amtsgericht Bielefeld ist am frühen Donnerstagmorgen abgesagt worden. Wie der Anwalt des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold, Matitjahu Kellig, mitteilte, hatte der Verteidiger Krolzigs einen Autounfall und musste deshalb kurzfristig absagen.

Lange Zeit hatte Kellig auf die juristische Aufarbeitung dieses Streits gewartet. Längst fühlte sich der Pianist von Seiten des Neonazis nicht nur beleidigt sondern auch bedroht. Umso größer war jetzt Kelligs Betroffenheit, als am Donnerstag die Absage kam: "Ich war zunächst richtig entsetzt", sagte Kellig. "Meine Hoffnung, dass es heute zu Ende geht, ist geplatzt. Denn jetzt geht das Warten wieder weiter."

Auslöser war Kelligs Kritik an einem Verlag aus Preußisch Oldendorf

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Funktionär der rechtsextremen Partei Die Rechte vor, Kellig in volksverhetzender Weise beleidigt zu haben. "Der Begriff "frecher Jude", wie ihn der Angeklagte auf seiner Homepage benutzt hat, ist ein bekannter Topos aus der NS-Zeit", erklärt Anwalt Walther. "Deshalb sind wir davon überzeugt, dass Krolzigs Veröffentlichung den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllt."

Der Bielefelder Neonazi, der wegen seiner Vorstrafen und seiner verfassungsfeindlichen Einstellung kein Volljurist werden durfte, bestreitet dies und beruft sich auf die Pressefreiheit. Er hatte Kellig mit diesen Worten auf der Internetseite seiner Partei angegriffen. Eine Reaktion auf die Kritik des jüdischen Gemeindevorsitzenden in einem TV-Beitrag am Programm eines Verlages aus Preußisch Oldendorf (Kreis Minden-Lübbecke). Das Verlagsprogramm führte auch rechtsextreme Schriften.

Anwalt Thomas Walther sprach angesichts der Argumentation Krolzigs, wonach "der Jude selber Schuld sei" von einer Täter-Opfer-Umkehr, "die wir so nicht hinnehmen können". Walther weiter: "Zum Glück kann man sich in der heutigen Zeit dagegen wehren."

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen im Amtsgericht

Da Krolzig seine Parteifreunde aufgerufen hatte, zahlreich bei dem Prozess in Bielefeld zu erscheinen, und weil es aus antifaschistischen Kreisen Solidaritätsaufrufe für Kellig gab, hatte das Amtsgericht die Sicherheitsvorkehrungen im Justizzentrum extra erhöht. Vor dem Gerichtssaal sollte es eine besondere Personenkontrolle geben.

Doch das war dann überflüssig, als am frühen Morgen die überraschende Absage kam. Wann der Prozess wegen Volksverhetzung nun nachgeholt wird, ist noch unbekannt.

Bildunterschrift: Entsetzt: Matitjahu Kellig (r.), Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold, und sein Anwalt Thomas Walther nach der kurzfristigen Prozessabsage im Amtsgericht.

Bildunterschrift: Angeklagt: Sascha Krolzig, Kreisvorsitzender der rechtsextremen Partei Die Rechte, ist der Volksverhetzung angeklagt.

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Lippische Landes-Zeitung, 16.11.2017:

"Road Crew OWL" ist in ganz Europa vernetzt

Vortrag: Autor Heiko Koch berichtet im Schulzentrum über Aktivitäten des Clubs

Lage-Ehlenbruch (be). Die "Initiative gegen Neonazis der Road Crew OWL", die sich 2014 und 2015 gegen die vom Club genutzte Immobilie im Bahnhof Ehlenbruch engagierte, veranstaltet am Freitag, 17. November, einen Vortrag mit dem Autor Heiko Koch. Thema ist angesichts neuer Erkenntnisse um internationale Netzwerke rund um die "Road Crew OWL" eine neofaschistische Bewegung in Italien.

Der Vortrag beginnt um 19 Uhr in der kleinen Aula des Schulzentrums Werreanger. Die "Road Crew OWL" besuche schon seit Jahren die Gruppierung "CasaPound" in Italien, teilt die Initiative mit. So auch im Mai 2016, als ein Minivan mit vier "Road Crew"-Mitgliedern in eine Demonstration gegen "CasaPound" in Rom geriet. Das Resultat: Die Autoscheiben des Vans wurden eingeschlagen und die Medien berichteten vom Angriff auf "deutsche Touristen". Erst ein knappes Jahr später, bei der juristischen Aufarbeitung des Vorfalls, wurde laut Initiative bekannt, dass es sich bei den Insassen des Vans um Mitglieder der als rechtsextrem eingestuften Clubs "Road Crew Ostwestfalen" handelte. Unter den vier Beteiligten waren auch die zwei Käufer des Bahnhofs in Ehlenbruch. Diese werden nun von einem bekannten Anwalt von "CasaPound Italia" vertreten.

Die "Road Crew OWL" fungiere als Sammelbecken verschiedenster Neonazis aus Ostwestfalen-Lippe, schreibt die Initiative. Sie vereine unter anderem überregional aktive und vernetzte Neonazi-Kader, Mitglieder von Rechtsrock-Bands und Organisatoren von Rechtsrock-Konzerten oder Neonazi-Demos. Aktivisten aus Parteien wie der NPD oder dem "III. Weg" gehörten demnach zum Unterstützerkreis. Der Referent Heiko Koch ist Mitbegründer und Autor diverser antifaschistischer Zeitungen und Dozent gegen Rechtsextremismus.

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