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Neue Westfälische - Zeitung für das Lübbecker Land , 02.12.2017 :

Mal so gesehen / Lichterfest

Das "C" ist entscheidend

Von Karsten Schulz

Auf dem "Lichterfest", das zum ersten Mal vom Verein "Mitmenschen" im Innenhof des Atrium-Gebäudes organisiert worden war, gab man sich friedfertig und verständnisvoll. Dietrich Janzen, der nach eigener Auskunft im kommenden Jahr in Espelkamp einen eigenen AfD-Ortsverein gründen möchte, besuchte das bunte Treiben und hatte selbst eine Kerze mitgebracht, die er dort anzündete. Er sprach mit vielen Aktiven und stellte klar, dass die AfD nichts gegen den Zuzug von Flüchtlingen nach Espelkamp habe.

Vollzieht sich hier ein Richtungswechsel hin zur politischen Mitte? Das dürfte für die CDU zu einem noch größeren Problem werden, wenn Janzen & Co. ihre Überlegungen in die Tat umsetzen und wirklich kommunalpolitisch antreten und auch alle Stimmbezirke besetzt bekommen. Denn auf Grund der Beobachtungen der vergangenen Wahlen erhalten sie zwar großen Zulauf aus den Reihen bestimmter Spätaussiedler-Gruppierungen, aber bestimmt nicht, weil sie sich bewusst ausländerfeindlich verhalten. Besagte Gruppierungen aus dem christlich-dogmatischen Bereich sind vor allem über die CDU enttäuscht, weil diese angeblich unter Merkel ihr "C" im Parteinamen verleugnet. Und seitdem die "Ehe für Alle" auch mit den Stimmen einiger schwul-lesbischer Abgeordneter aus dem CDU-Lager den Bundestag passiert hat und Gesetzeskraft besitzt, ist es ganz vorbei mit der Zustimmung für die CDU. Das ist vor allem auch der Hauptgrund für viele in Espelkamp lebende christliche Fundis, sich jetzt auf die AfD zuzubewegen. Nicht umsonst haben sich Bürgermeister Heinrich Vieker und auch Oliver Vogt beim jüngsten Kreisparteitag ihrer Partei klar zur Ehe nur zwischen Mann und Frau bekannt. Ob das allerdings die enttäuschten Wähler aus den Reihen der Spätaussiedler zurückholt?

karsten.schulz@nw.de

02./03.12.2017

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