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22.11.2017 :
Tages-Chronologie von Mittwoch, 22. November 2017
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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Mittwoch, 22. November 2017
Am 19. November 2017, dem "Volkstrauertag", veranstalteten 15 OWL-Neonazis im Alter zwischen 20 und 60 Jahren - am "Ehrenmal" auf dem Oerlinghauser Tönsberg, ein NS-verherrlichendes "Heldengedenken".
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Artikel-Einträge in der Datenbank:
Lippische Landes-Zeitung, 22.11.2017:
Neonazis inszenieren "Heldengedenken"
Neue Westfälische, 22.11.2017:
Neonazis treffen sich am Ehrenmal
Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt, 22.11.2017:
Neonazis gedenken Waffen-SS
Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt, 22.11.2017:
Oerlinghausen / Leopoldshöhe: Das Ehrenmal wird missbraucht
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Lippische Landes-Zeitung, 22.11.2017:
Neonazis inszenieren "Heldengedenken"
Rechtsextremismus: Am Ehrenmal auf dem Tönsberg wird nationalsozialistisches Liedgut gesungen / Redner diffamieren die Demokratie und versuchen, Täter zu Opfern umzudeuten
Oerlinghausen. Erneut haben Neonazis das Ehrenmal auf dem Tönsberg für ein "Heldengedenken" missbraucht. Während in vielen Städten - auch in der Bergstadt - offizielle Gedenkveranstaltungen anlässlich des Volkstrauertages veranstaltet werden, zogen am Sonntagabend 15 Neonazis im Alter zwischen 20 und 60 Jahren mit Fackeln, schwarz-weiß-roten Fahnen und Trommeln den Kammweg auf dem Tönsberg entlang, um ihrer toten "Helden" zu gedenken.
Nach Informationen, die der Redaktion zugespielt wurden, sind in den Reden der Neonazis nicht nur die Taten der Soldaten der Waffen-SS und der Wehrmacht glorifiziert worden, sondern es wurde auch zum Kampf gegen das heutige "System" aufgerufen. Dieses würde durch Zulassen von Migration, Abkehr vom traditionellen Familienbild und das Verbieten des "Deutschseins" alles zerstören, wofür das deutsche Volk einst gestanden habe, hieß es beispielsweise in einem Redebeitrag.
Gegen 19 Uhr trafen sich die Neonazis, marschierten den Tönsberg hinauf und formierten sich unter wehenden Fahnen und im Schein von Fackeln vor dem Kriegerdenkmal. Dort stimmten die Rechtsextremen das Lied "Wenn alle untreu werden" an. Es galt zur Zeit des Nationalsozialismus als Treuelied der SS. Insgesamt habe das propagandistisch aufgeladene Gedenken der Heldenstilisierung im "Dritten Reich" geglichen, heißt es in den Informationen, die unserer Zeitung vorliegen. So wurden geschichtsrevisionistische Reden gehalten, denen zufolge Angehörige der Waffen-SS und der Wehrmacht nicht Täter, sondern Opfer gewesen sein sollen. Unter Trommelwirbeln seien diese Toten in die Reihen zurückgerufen worden.
Ein weiterer Redner sprach davon, sie würden erst den "toten Helden des Volkes gerecht werden, wenn auf Worte Taten folgen". Weiter führte er aus, dass für Deutschland alles zu geben sei und dass jeder "zu dieser Tradition bereit sein muss". Fotos, die diese Inszenierung dokumentieren, sind der Redaktion zugespielt worden.
Rund 20 Minuten dauerte der braune Spuk. Auch einen Kranz legten die Neonazis nieder. Bevor sie sich wieder auf den Weg machten, stimmten sie ein nationalsozialistisches Lied an. Mit "Ein junges Volk steht auf" haben die Rechtsextremen eine strafbare Handlung begangen - es handelt sich um ein offizielles Propagandalied der NSDAP, insbesondere der Hitlerjugend.
Veranstaltungen wie diese "Heldengedenken" dienen zur ideologischen Festigung der eigenen Bewegung. Bewusst scheut man die Öffentlichkeit bei solchen Aktivitäten, denn diese dienen überwiegend der internen Aufladung und Sinngebung.
Auf den Vorfall angesprochen, verwies Bürgermeister Dirk Becker auf die Versammlungsfreiheit. "Wenn keine Straftaten passieren, muss eine Demokratie so etwas aushalten, auch wenn es mir nicht gefällt", sagte er auf Anfrage. Ähnlich äußerte sich der Staatsschutz in Bielefeld. "Alle vermeintlichen Treffpunkte von Neonazis in OWL prophylaktisch zu überwachen, ist personell nicht zu schaffen", hieß es.
Der Staatsschutz rät: "Wenn man von solch einer Versammlung Kenntnis bekommt, sofort die Polizei anrufen. Die Kollegen reagieren dann recht schnell." Doch auch der Staatsschutz schränkt ein: "Es handelt sich erst mal nicht um Straftaten."
Bildunterschrift: Ehrenmal: Im Jahre 1930 wurde auf dem Kammweg des Tönsberges dieses Ehrenmal zum Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges errichtet. Die Skulptur ist von Berthold Müller-Oerlinghausen. Heute ist das Ehrenmal ein Treffpunkt der rechten Szene.
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Neue Westfälische, 22.11.2017:
Neonazis treffen sich am Ehrenmal
Oerlinghausen. Wieder einmal wurde das Ehrenmal auf dem Tönsberg bei Oerlinghausen von Neonazis als Treffpunkt für ein "Heldengedenken" missbraucht. 15 Neonazis waren am frühen Abend des Volkstrauertages mit Fackeln und schwarz-weiß-roten Fahnen zum Ehrenmal gezogen. In Reden wurden die Soldaten der Wehrmacht und der Waffen-SS glorifiziert.
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Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt, 22.11.2017:
Neonazis gedenken Waffen-SS
Rechtsextremismus: Die Szene inszeniert ein "Heldengedenken" am Ehrenmal auf dem Tönsberg / Die Beteiligten singen Lieder mit strafbaren Texten
Oerlinghausen. Erneut haben Neonazis das Oerlinghauser Ehrenmal auf dem Tönsberg für ein "Heldengedenken" missbraucht. Während in vielen Städten wie in Oerlinghausen offizielle Gedenkveranstaltungen anlässlich des Volkstrauertages veranstaltet werden, treffen sich auch Alt- und Neonazis an Denkmälern, die an die Toten beider Weltkriege erinnern. Am Sonntagabend zogen fünfzehn Neonazis im Alter zwischen 20 und 60 Jahren, mit Fackeln, schwarz-weiß-roten Fahnen und Trommeln den Kammweg auf dem Tönsberg entlang, um ihrer toten "Helden" zu gedenken.
Nach Informationen, die der Redaktion zugespielt wurden, wurden in den Reden der Neonazis nicht nur die Taten der Soldaten der Waffen-SS und der Wehrmacht glorifiziert, sondern wurde auch zum Kampf gegen das heutige System aufgerufen. Dieses würde durch das Zulassen von Migration, die Abkehr vom traditionellen Familienbild und das Verbieten des "Deutschseins" alles zerstören, wofür das deutsche Volk einst gestanden habe, so hieß es in einem Redebeitrag. Um etwa 19 Uhr trafen sich die Neonazis, gingen den Tönsberg hinauf und formierten sich unter wehenden Fahnen und im Feuerschein von Fackeln vor dem Kriegerdenkmal.
Nachdem alle ihren Platz eingenommen hatten, stimmten die Rechtsextremen das Lied "Wenn alle untreu werden" an. Es galt in Zeiten des Nationalsozialismus als Treuelied der SS. Insgesamt sei das propagandistisch aufgeladene Gedenken der Heldenstilisierung im "Dritten Reich" nachempfunden, hieß es in den Informationen, die der Neuen Westfälischen vorliegen. So wurden geschichtsrevisionistische Reden dergestalt gehalten, dass Angehörige der Waffen-SS und der Wehrmacht Opfer gewesen seien. Unter Trommelschlägen seien die Toten in die Reihen zurückgerufen worden. So rief der Redner in die Dunkelheit unter anderem "die gefallenen Soldaten der Wehrmacht" und die "gefallenen Soldaten der Waffen-SS" zurück.
Ein weiterer Redner sprach davon, sie würden erst der "toten Helden des Volkes gerecht werden, wenn auf Worten Taten folgen". Weiter führte er aus, dass für Deutschland "alles" zu geben sei und das jeder "zu dieser Tradition bereit sein muss". Fotos, die die Inszenierung dokumentieren, wurden der Redaktion zugespielt und liegen vor.
Nach 20 Minuten ist der braune Spuk vorbei
Rund zwanzig Minuten dauerte der braune Spuk. Auch einen Kranz legten die Neonazis nieder. Bevor sie sich wieder auf den Weg machten, stimmten sie nochmals ein Lied mit nationalsozialistischem Inhalt an. Mit dem Absingen des Liedes "Ein junges Volk steht auf" haben die Rechtsextremen strafbare Texte vorgetragen. Bei dem Lied aus den 1930er Jahren handelt es sich um ein offizielles Propagandalied der NSDAP, insbesondere der Hitlerjugend.
Veranstaltungen wie diese "Heldengedenken" dienen zur ideologischen Festigung der eigenen Bewegung. Bewusst scheuen sie die Öffentlichkeit bei solchen Aktivitäten, denn diese dienen überwiegend der internen Aufladung und Sinngebung, erfuhr die NW.
Klar zeigt sich eine braune Kontinuität in Oerlinghausen. Nicht nur auf dem Tönsberg, denn dieser zieht seit vielen Jahren Neonazis und Ewiggestrige an (die NW berichtete).
Bürgermeister Dirk Becker verweist auf die Versammlungsfreiheit. "Wenn keine Straftaten passieren, muss eine Demokratie so etwas aushalten, auch wenn es mir nicht gefällt", sagte er auf Anfrage. Ähnlich äußerte sich der Staatsschutz in Bielefeld. "Alle vermeintlichen Treffpunkte von Neonazis in OWL prophylaktisch zu überwachen ist personell nicht zu schaffen", hieß es.
Der Staatsschutz rät: "Wenn man von solch einer Versammlung Kenntnis bekommt, sofort die Polizei anrufen. Die Kollegen reagieren dann recht schnell." Doch auch er schränkte ein: "Es handelt sich bei den Versammlungen erst einmal nicht um Straftaten."
Bildunterschrift: Ehrenmal entwürdigt: Im Jahre 1930 wurde auf dem Kammweg des Tönsberges dieses Ehrenmal zum Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges errichtet. Die Skulptur ist von Berthold Müller-Oerlinghausen. Heute ist es traditioneller Treffpunkt der rechten Szene.
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Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt, 22.11.2017:
Oerlinghausen / Leopoldshöhe: Das Ehrenmal wird missbraucht
Oerlinghausen. Das Ehrenmal auf dem Kammweg des Tönsberges gilt in der rechten Szene als beliebter Treffpunkt. Auch am Volkstrauertag gibt es dort ein Treffen. Fackeln werden entzündet, Reden gehalten.
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