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WDR-Nachrichten aus Westfalen-Lippe ,
24.11.2017 :
Detmolder Gericht vertagt Urteil gegen Haverbeck
24.11.2017 - 06. 27 Uhr
Das Landgericht Detmold will erst in der kommenden Woche über die Berufung der Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck entscheiden. Die mehrfach vorbestrafte 89-Jährige wehrt sich seit Donnerstag (23.11.2017) gegen Haftstrafen wegen Volksverhetzung.
Die Verteidiger der Vlothoerin forderten vor Gericht einen Freispruch. Ihrer Ansicht nach, sind die Äußerungen Haverbecks von der Meinungsfreiheit gedeckt. Der Staatsanwalt hingegen beantragte eine eineinhalbjährige Haftstrafe. Er bezeichnete Haverbeck als Rassistin. Ihre Äußerungen störten den öffentlichen Frieden.
Ursula Haverbeck aus Vlotho war in erster Instanz zweimal vom Detmolder Amtsgericht und einmal vom Amtsgericht in Bad Oeynhausen verurteilt worden. Sie hatte im Zuge des Prozesses gegen den früheren SS-Mann Reinhold Hanning in einem Brief an den Bürgermeister der Stadt Detmold den Völkermord an den europäischen Juden geleugnet.
Im vergangenen Oktober wurde Haverbeck in Berlin bereits wegen Volksverhetzung zu sechs Monaten und im niedersächsischen Verden zu zwei Jahren Haft verurteilt. Haverbeck war Vorsitzende des 2008 verbotenen Vereins Collegium Humanum, der als bundesweite Anlaufstelle für Holocaust-Leugner und Rechtextremisten galt.
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