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Neue Westfälische 13 - Löhne und Gohfeld , 05.10.2015 :

Germaniten räumen Botschaft / Rechtsextreme: Büro, Pfandleihe und Sakralraum der Justiz-Opfer-Hilfe stehen seit Samstag leer


Von Ulf Hanke

Löhne. Überraschung zum Tag der deutschen Einheit: Die rechtsextreme Justiz-Opfer-Hilfe hat am Samstag ihr Büro in Löhne geräumt. Das hat einer der drei neuen Eigentümer auf Nachfrage der NW am Sonntag bestätigt. Der Gebäudekomplex war am Mittwoch zwangsversteigert worden.

In Fernsehinterviews hatten die Rechtsextremen großspurig angekündigt, nicht freiwillig zu gehen. Entgegen dieser Ankündigung steht die angeblichen Botschaft des Fantasiestaats Germanitien seit Samstag leer. Sämtliche Plakate und Schilder aus den Schaufenstern und am Gebäude sind entfernt.

"Wir haben einige Schilder draußen abmontiert", sagte ein hörbar erleichterter Eigentümer im Gespräch mit der NW. Das Büro haben die Rechtsextremisten aber freiwillig geräumt. Zurück blieb nur bergeweise Müll und kaputte Möbelstücke.

Mit der freiwilligen Räumung haben die rechtsextremen Reichsbürger vorerst keine Anlaufstelle mehr in Löhne. Wohin die Germaniten verzogen sind, ist unklar. In einer Internetveröffentlichung hatten Anhänger über die Zwangsversteigerung schwadroniert und Videomitschnitte angekündigt, obwohl Bild und Tonaufnahmen während der Versteigerung untersagt waren. Die Germaniten behaupten in dieser anonymen Veröffentlichung, durch den "Gebäudeverlust" nicht "handlungsunfähig" geworden zu sein. Die Rechtsextremisten hätten "immer einen Plan B und auch einen Plan C auf dem Schachbrett" heißt es in dem Pamphlet wörtlich.

Bildunterschrift: Vorher - nachher: Oben hängt noch das "Botschaft"-Schild der rechtsextremen Justiz-Opfer-Hilfe. Am Samstag haben sie den Gebäudekomplex geräumt. Alle Schilder und Plakate sind weg.


loehne@nw.de

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