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Neue Westfälische Online , 30.09.2015 :

Randalierer und Festnahmen bei Zwangsversteigerung / Neue Eigentümer für Germanitien: Drei Bieter ersteigern das Gebäude samt Büro der Rechtsextremen

30.09.2015 - 13.49 Uhr

Von Ulf Hanke

Löhne / Bad Oeynhausen. Die Zwangsversteigerung des Gebäudekomplexes im Zentrum von Löhne, in der auch die rechtsextreme Justiz-Opfer-Hilfe sitzt, ist trotz massiver Randale gelungen. Ein Bieter-Trio hat den Bau für 161.000 Euro ersteigert.

Etwa 20 Anhänger der Justiz-Opfer-Hilfe hatten zuvor im Saal lautstark randaliert. Die meisten waren von weiter her extra zum Versteigerungstermin angereist. Die vorsitzende Rechtspflegerin verwies die Ruhestörer des Raumes, worauf diese lautstark nach einem "Not-Staatsanwalt" und "Hilfe" riefen. Darunter auch der bekannte Rechtsextremist Jürgen N., der im Gebäudekomplex im Zentrum Löhnes wohnt.

Justizbeamte und Bereitschaftspolizisten mussten schließlich etwa zehn Zuschauer aus dem Saal tragen, wogegen diese sich mit Händen und Füßen wehrten. Nach Informationen der NW wurden zwei Anhänger der Justiz-Opfer-Hilfe in den Arrestzellen des Amtsgerichts Bad Oeynhausen in Gewahrsam genommen.

Die Versteigerung begann mit 36 Minuten Verspätung und war nach einer halben Stunde vorbei. Der 3.187 Quadratmeter große Gebäudekomplex ging für 161.000 Euro an eine Gemeinschaft von drei Bietern, die in Löhne bereits ein Autohaus betreiben.

Die Bieter wollen vorerst namentlich nicht genannt werden. Einer der drei neuen Eigentümer hat im Gespräch mit der NW aber bereits angekündigt, das Gelände geschäftlich zu nutzen und die Rechtsextremisten rauszuwerfen. "Die anderen Mieter müssen sich keine Gedanken machen."

Bildunterschrift: Unterm Hammer: Der Gebäudekomplex im Stadtzentrum Löhnes an der Lübbecker Straße 35 - 39 mit dem Büro der rechtsextremen Justiz-Opfer-Hilfe. Darüber hängt ein Schild mit dem Aufdruck "Botschaft Germanitien".


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