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Neue Westfälische , 09.10.2006 :

Bielefeld sicherste Stadt in Deutschland / Polizeipräsident Erwin Südfeld bleibt dennoch bescheiden

Von Hubertus Gärtner

Bielefeld. Diese Nachricht hören vermutlich alle braven Bürger gerne: Nach der Statistik des Bundeskriminalamtes ist Bielefeld wieder die sicherste Stadt in Deutschland. Das gab der nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf (FDP) am Wochenende bekannt.

Unter den deutschen Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern hatte Bielefeld im vergangenen Jahr die niedrigste Kriminalitätsrate. Bezogen auf 100.000 Einwohner passierten hier "nur" 8.204 Straftaten. Auf Platz zwei liegt Wuppertal mit einer Kriminalitätshäufigkeitszahl von 8.684. Dann folgen München (8.700) und Gelsenkirchen (8.962).

Bielefeld schneidet in der Kriminalstatistik stets gut ab. Bereits 2003 war die Leineweberstadt nach der amtlichen Statistik die sicherste Großstadt in Deutschland gewesen. Im Jahr 2004 musste Bielefeld allerdings Wuppertal den Vortritt lassen.

Die Tatsache, dass auch Mönchengladbach, Essen und Duisburg in der bundesweiten Liste unter den ersten Zehn platziert sind, ist für Innenminister Ingo Wolf "kein Zufall", sondern der guten Polizeiarbeit in NRW zu verdanken. Auch Ordnungspartnerschaften und kriminalpräventive Räte hätten großen Anteil an dem guten Ergebnis.

Der Bielefelder Polizeipräsident Erwin Südfeld zeigte sich ebenfalls sehr erfreut über das Ergebnis. Gleichzeitig blieb Südfeld aber auch bescheiden. "Der erste Platz ist teilweise ein Erfolg unserer Arbeit, aber er hat auch etwas mit Kriminalitätsstrukturen zu tun", sagte Südfeld.

Das Bundeskriminalamt weist darauf hin, dass sich das Anzeigeverhalten und die Deliktstruktur in den Städten unterscheiden kann. Auch seien bei der Berechnung der Häufigkeitszahlen nur die amtlich gemeldete Wohnbevölkerung, nicht jedoch Pendler und Stationierungskräfte einbezogen worden.

Als besonders wirksame Kriminalitätsbekämpfungs-Maßnahme stellte Südfeld ein neues System zur Eindämmung des Scheckkarten-Betruges heraus. Wenn eine EC-Karte gestohlen wird, faxt die Polizei die Daten sofort an den Einzelhandel, der die Karte für alle Einkäufe sperren lässt. Durch dieses System, das mittlerweile landesweit eingeführt wurde, seien den Bielefelder Bürgern im vergangenen Jahr etwa 1.000 Straftaten erspart geblieben, sagte Polizeipräsident Südfeld. Wie in Bielefeld (minus 2,6 Prozent), so ist auch in vielen anderen deutschen Großstädten die Zahl der Straftaten im letzten Jahr zurückgegangen. Berlin und Hamburg beispielsweise verzeichneten einen Rückgang von 5,7 beziehungsweise 6,3 Prozent. Trotzdem sind die Kriminalitätshäufigkeitszahlen hier fast doppelt so hoch wie in Bielefeld.


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